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Thüringer SPD vor Zerreißprobe: Tritt Matschie zurück?

Erfurt (dpa) - Die Schlappe bei der Landtagswahl hat in der Thüringer SPD einen Machtkampf an der Spitze neu entfacht. Einzelne Vorstandsmitglieder forderten am Dienstag einen Rücktritt des Landesvorsitzenden Christoph Matschie.

Erfurt (dpa) - Die Schlappe bei der Landtagswahl hat in der Thüringer SPD einen Machtkampf an der Spitze neu entfacht. Einzelne Vorstandsmitglieder forderten am Dienstag einen Rücktritt des Landesvorsitzenden Christoph Matschie.

Dieser wies die Forderung zunächst zurück, räumte nach einer Krisensitzung des Vorstands aber ein: «Ich trage als Spitzenkandidat die Verantwortung.» Er wollte nach einer weiteren Sitzung von Spitzengremien am Abend über seine Zukunft entscheiden. Landesgeschäftsführer Frank Schulze wurde beurlaubt.

Zuvor hatte Matschies Vorgänger Richard Dewes personelle Konsequenzen gefordert, ohne direkt einen Rücktritt zu fordern. Der aus dem Saarland stammende Dewes gibt Matschie eine Mitschuld am schlechten Abschneiden der Partei und hält die Absage an eine rot- rote Koalition für einen Fehler.

SPD-Fraktionschef Heiko Gentzel warf Dewes eine Spaltung der Partei vor. Er stelle verdeckt die Machtfrage und verlange von Matschie etwas, was er früher selbst nicht eingehalten habe. «Dewes hofft, dass die Thüringer SPD so schwach ist, dass sie ihm zufällt.»

Die SPD war am Sonntag auf 14,5 Prozent abgestürzt, nachdem sie bereits vor fünf Jahren unter Dewes nur 18,5 Prozent erreicht hatte. Die Sozialdemokraten stellen künftig 15 von 88 Abgeordneten im Landtag.

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