„THW erwartet die Hölle“
Handball-Herzschlagfinale Kiel gegen Nordhorn

Selbst Krimi-Altmeister Alfred Hitchcock hätte es nicht besser inszenieren können. Ausgerechnet in seinem 356. und letzten Bundesligasspiel für den THW Kiel, bei dem er seit 1990 unter Vertrag steht und für den er in dieser Zeit 1328 Tore warf, kämpft Magnus Wislander um die deutsche Handball-Meisterschaft im Fernduell mit der HSG Nordhorn.

HB/sid NEUSS. Und das im "Lokalderby" am Samstag (15.00 Uhr) beim Erzrivalen SG Flensburg-Handewitt. Emporkömmling Nordhorn hat im heimischen Euregium gegen den vor dem Abstieg geretteten Rekordmeister VfL Gummersbach das vermeintlich leichtere Spiel. Aber der THW hat vor dem Showdown mit 52:14 Punkten die bessere Ausgangsposition (Nordhorn 51:15). "Wenn wir in der Hölle Nord in Flensburg die Schale gewinnen, wäre das ein absoluter Traum", erklärte der Ausnahmehandballer vor dem Finale furioso. Zusätzliches "Doping" für den 38 Jahre alten schwedischen Welt- und Europameister dürfte eine außergewöhnliche Auszeichung sein. "Max" Wislander wurde in einer Umfrage der HandballWoche mit 25 Prozent vor Bundestrainer Heiner Brand (19) und dem 187-maligen Nationallinksaußen Jochen Fraatz (17) zum Superstar der 1977 gegründeten eingleisigen Bundesliga gewählt.

Vor seiner Rückkehr nach Schweden zu Redbergslid Göteborg und seinem Abschiedsspiel am 1. Juni in der mit 10.000 Zuschauern bereits ausverkauften Ostseehalle gegen eine Weltauswahl mit "Hexer" Andreas Thiel, Stephan Kretzschmar sowie den französischen Weltmeistern Frederic Volle oder Stephane Stöcklin sowie dem Spanier Inaki Urgandarin, dem Herzog von Mallarca und Schwiegersohn von König Juan Carlos, will Wislander seine einzigartige Karriere mit dem zwölften Titel in zwölf Jahren beim THW krönen. Flensburg indes will den Coup von Wislander und den Gewinn des zehnten Hallen-Titels für den THW verhindern. "Das Spiel gegen Kiel ist für uns das Saison-Highlight", sagt SG-Geschäftsführer Dierk. Trainer Erik Veje Rasmussen meint: "Wir werden alles versuchen, um Kiel ein Bein zu stellen, das sind wir der Bundesliga und Nordhorn schuldig."

Die Heimbilanz der SG in bislang 14 Bundesligaspielen gegen den THW ist mit acht Siegen, einem Unentschieden und fünf Niederlagen positiv. Zuletzt siegte Kiel in Flensburg am 10. Dezember 1999 (26:22). Die HSG Nordhorn hofft natürlich auf Flensburger Schützenhilfe. "Die Rivalität zwischen Kiel und Flensburg im Handball ist zu vergleichen mit den Revier-Rivalen Schalke und Dortmund in der Fußball-Bundesliga", erklärte der 97-malige Ex-Nationalspieler Karsten Kohlhaas von der HSG. Die "Skandinavien"-Auswahl bangt gegen Gummersbach um den Einsatz des schwedischen Linkshänders Andreas Larsson (Sehnenriss unterhalb des linken Fußes) und den deutschen National-Linksaußen Torsten Jansen (Fleischwunde am Mittel- und Zeigefinger der linken Hand). Die Meisterschale wird in der Flensburger Campus-Halle stehen, weil der THW Tabellenführer ist, die Kopie im Euregium in Nordhorn. DHB-Präsident Ulrich Strombach wird im Erfolgsfall die Trophäe an THW-Kapitän Wislander überreichen, sollte die HSG erstmals Meister werden, wird DHB-"Vize" Wolfgang Gremmel die Schale an den Nordhorner Spielführer Ole Lindgren übergeben.

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