Thyssen-Krupp kritisiert S&P-Entscheidung - Aktie unter Druck: S&P stuft Thyssen-Krupp auf Ramsch-Status herab

Thyssen-Krupp kritisiert S&P-Entscheidung - Aktie unter Druck
S&P stuft Thyssen-Krupp auf Ramsch-Status herab

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat das Kreditrating von Thyssen-Krupp wegen der Pensionsverpflichtungen des Stahlkonzerns von "BBB" um zwei Stufen auf "BB+" gesenkt und damit mit dem Ramsch-Status versehen. An der Börse verlor die Thyssen-Krupp-Aktie im frühen Geschäft mehr als sechs Prozent.

Reuters DÜSSELDORF. Das kurzfristige Kreditrating für ThyssenKrupp wurde auf "B" von zuvor "A-2" gesenkt, teilte S&P am Freitag mit. Außerdem sei das Emissionsrating für die ausstehenden ThyssenKrupp-Anleihen auf "BB" zurückgenommen worden. Für alle Rating-Einstufungen wurde der Beobachtungsstatus (credit watch) aufgehoben. Der Ausblick sei nun stabil, erklärte S&P.

"Unter Einbeziehung der ungedeckten Pensionslasten in der Kalkulation der Konzern-Verschuldung sind die vorbeugenden Maßnahmen für die Kredite schwach", urteilte S&P-Analyst Olivier Beroud. Die laufenden jährlichen Kosten der Pensionsverpflichtungen bezifferte der Analyst auf 450 Millionen Euro.

Thyssen-Krupp kritisiert S&P-Entscheidung

Thyssen-Krupp reagierte am Freitag unmittelbar nach Veröffentlichung des negativen Ratings mit Unverständnis auf die Bewertung. "Von Thyssen-Krupp wird diese Entscheidung scharf kritisiert", teilte der Konzern in einer Ad-Hoc-Mitteilung mit. Zuletzt war unter den Dax-Unternehmen lediglich Fresenius Medical Care mit dem so genannten Ramsch-Status bei der Kreditwürdigkeit versehen worden.

Thyssen-Krupp teile nicht die Einschätzung der Ratingagentur, wonach sich die finanzielle Lage des Unternehmens im Vergleich zum ersten Rating vom Sommer 2001 verschlechtert habe. "Das Gegenteil ist der Fall." So seien die Netto-Finanzverbindlichkeiten von Ende März 2001 bis Ende September 2002 um vier Milliarden Euro auf 4,7 Milliarden Euro abgebaut worden. "Vor diesem Hintergrund ist die Entscheidung von S&P nicht nachvollziehbar. Die Fakten zu Thyssen-Krupp haben sich nicht geändert, lediglich die Meinung von S&P hinsichtlich der Beurteilung von Pensionsverpflichtungen hat sich geändert."

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