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Thyssen-Krupp rechnet mittelfristig mit europäischem Werftenverbund

Der Industriekonzern Thyssen-Krupp rechnet mit einem europäischen Werftenverbund in den kommenden zwei bis drei Jahren. "Die möglichen Partner müssen erst die Voraussetzungen für eine Fusion schaffen", sagte Vorstandschef Ekkehard Schulz am Mittwoch in Essen.

dpa-afx ESSEN. Der Industriekonzern Thyssen-Krupp rechnet mit einem europäischen Werftenverbund in den kommenden zwei bis drei Jahren. "Die möglichen Partner müssen erst die Voraussetzungen für eine Fusion schaffen", sagte Vorstandschef Ekkehard Schulz am Mittwoch in Essen. Der Konzern sei an einem solchen Zusammenschluss auf europäischer Ebene interessiert. "Dies bedeutet nicht, dass eine solches Vorhaben bereits unmittelbar bevorsteht."

In einem möglichen europäischen Verbund werde Thyssen-Krupp nicht zwangsläufig auf eine Mehrheitsposition bestehen, betonte Schulz. "Aber ich schließe sie am Ende des Tages auch nicht mehr aus." Die Mehrheitsverhältnisse hingen vor allem von den möglichen Partnern und der Gestalt eines solchen Verbundes ab. "Es ist noch zu früh, die Situation einzuschätzen."

Als möglicher Partner für einen Zusammenschluss in Europa wurde in der Vergangenheit immer wieder die französischen Konzerne DCN und Thales Naval genannt. Schulz betonte: "Auch in Frankreich sind erst noch Hausaufgaben zu machen." Hier dauere es voraussichtlich länger als in Deutschland, um die Basis für eine Fusion zu schaffen. In Deutschland rechne er nach der erfolgreichen Bildung eines Werftenbundes mit der Howaldtswerke Werft-Deutsche AG (HDW) damit, dass es rund ein bis zwei Jahre dauere, um die Synergien zu heben und die Voraussetzungen für einen europäischen Verbund zu schaffen.

Deutscher Werftenverbund MIT HDW IM Januar

Der geplante Werftenverbund mit der HDW solle indessen bis Januar 2005 gebildet werden, sagte der Vorstand von Thyssen-Krupp Technologies, Olaf Berlien. Die Fusion ist bei der Europäischen Kommission zur Genehmigung angemeldet. "Wir erwarten, dass die EU-Kommission ihre Freigabe noch im Dezember erklären wird." Berichte über wettbewerbsrechtliche Bedenken der EU in Bezug auf eine marktbeherrschende Stellung in der Sparte konventioneller U-Boote wehrte Berlien ab. Thyssen-Krupp habe in Brüssel nur den zivilen Teil der Fusion angemeldet. "Und ich glaube nicht, dass wir im Bereich Containerschifffahrt eine marktbeherrschende Stellung haben werden."

Zum militärischen Teil der Fusion seien zwar Angaben gemacht worden, er werde aber in Deutschland geprüft, sagte Berlien. Er rechnet mit einer kurzfristigen Verlängerung der Prüfung, da noch zusätzliche Unterlagen eingereicht werden mussten. "Der Verbund ist aber nicht gefährdet." Die Kommission hatte die Prüfung im November unterbrochen, um weitere Unterlagen einzufordern.

Der HDW-Eigner One Equity Partners (OEP) und Thyssen-Krupp hatten im Mai dieses Jahres die Fusionspläne bekannt gegeben. Im Oktober wurden die Verträge unterzeichnet. An dem neuen Unternehmen Thyssen Marine Systems-Krupp soll Thyssen-Krupp 75 Prozent halten und der US-Finanzinvestor den Rest.

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