Thyssen-Krupp Steel muss warten
Thyssen sagt Börsengang der Stahlsparte ab

Der Konzern schließt nach dem gescheiterten IPO auch einen Verkauf der Sparte an den Konkurrenten Usinor nicht aus.

dpa DÜSSELDORF. Die Thyssen-Krupp AG hat den für September geplanten Börsengang von Thyssen-Krupp Steel abgesagt. Gemeinsam mit den Konsortialführern Deutsche Bank und Commerzbank sei man zu dem Ergebnis gelangt, dass der Börsengang wegen der gegenwärtig schwachen Bewertung des Stahlsektors an den Börsen nicht durchzuführen sei, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Düsseldorf mit. Die Aktie des Kopnzerns brach daraufhin um 7 % auf 17,17 Euro ein



"Alle Optionen offen"

Verkauf der Stahlsparte?

Thyssen Krupp will nun "alle Optionen" für den Unternehmensbereich prüfen. Der Konzern schloss auch den Verkauf seiner Stahlsparte nicht aus. Der Verkauf von Thyssen-Krupp Steel sei eine denkbare Option, sagte Konzernchef Ekkehard Schulz am Mittwoch in Düsseldorf. Allerdings gebe es in der Sache noch keine Gespräche mit "irgendwelchen potenziellen Interessenten". Auch sei der Börsengang der Firmentochter nocht nicht endgültig abgesagt. Der französische Stahlkonzern Usinor bekundete indes Interesse an Thyssen-Krupp Steel. Usinor werde eine Übernahme prüfen, wenn das Unternehmen zum Verkauf angeboten werden sollte. Gespräche zwischen den beiden Konzerne gibt es nach Worten von Thyssen-Krupp-Chef Schulz allerdings noch nicht. Schulz sagte, die Stahlsparte sei im internationalen Wettbewerb mit ihren Produkten und Werken "hervorragend aufgestellt". Allein im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 1999/2000 habe Thyssen-Krupp Steel ein Vorsteuerergebnis von rund 200 Mill. Euro (391 Mill. DM) erwirtschaftet, mehr als im gesamten ersten Halbjahr. Auch für das vierte Quartal (Juli bis September) werde trotz der Ferienmonate wiederum ein sehr gutes Ergebnis erwartet.



Als Grund für die Absage des für September geplanten Börsengang der Stahltochter hatte Thyssen Krupp die derzeit schwache Bewertung des Stahlsektors an der Börse genannt. "Wir müssen erkennen, dass der Kapiatalmarkt nicht bereit ist, für Thyssen-Krupp Steel das erwartete Premium zu zahlen", begründete Schulz. Hinzu komme noch ein "extrem hoher IPO-Abschlag", wegen der negativen Bewertung des Stahlsektor an der Börse. Vor allem in den USA werde seit dem Sommer diskutiert, wann der Stahlzyklus seinen Höhepunkt erreichen werde. So hätten auch hauptsächlich US-Inverstoren Stahl-Aktien verkauft.

Was Thyssen-Krupp nun mit seiner Stahlsparte vor hat, wurde zunächst nicht klar. Bereits seit längerem wird allerdings in Branchen- und Börsenkreisen darüber spekuliert, ob Thyssen-Krupp Steel nicht an die Börse gebracht, sondern stattdessen an einen Konkurrenten wie zum Beispiel Usinor verkauft werde.



Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%