Thyssen-Krupp weiter an Einstieg in polnischen Stahlmarkt interessiert
Stahlkonsortium für polnische Hütten aufgelöst

Die Stahlkonzerne Thyssen-Krupp, Salzgitter und Arcelor haben ihren Plan aufgegeben, sich gemeinsam um die Übernahme polnischer Stahlwerke zu bewerben.

rtr DüSSELDORF. Künftig werde jedes Unternehmen seine Interessen in der privatisierten polnischen Stahlindustrie selbstständig verfolgen, teilten die beiden deutschen und das luxemburgische Unternehmen in einer gemeinsamen Erklärung am Mittwoch mit. Als Grund für die Auflösung ihres seit Oktober vorigen Jahres bestehenden Konsortiums nannten die Stahlkonzerne die mit der Gründung der Polski Huty Stali (PHS) entstandenen neuen Rahmenbedingungen im dortigen Privatisierungsprozess.

Die polnische Regierung hatte die vier schlesischen Stahlwerke Huta Katowice, Huta Sendzimira, Huta Cedler und Huta Florian vor kurzem zur PHS zusammengelegt. Die Fusion gilt als Teil eines Restrukturierungsplans für die hoch verschuldete und staatlich subventionierte polnische Stahlindustrie. Dieser sieht vor, dass ein ausländischer Investor nach erfolgter Sanierung eine Mehrheit bei PHS übernimmt. Die Lösung der Stahlfrage gilt als notwendig für den polnischen Beitritt zur EU in 2004.

Außer dem Konsortium Thyssen-Krupp/Salzgitter/Arcelor hatte sich die niederländische Ispat-Gruppe für den Einstieg auf den polnischen Stahlmarkt interessiert. In Tschechien hat die Ispat-Schwestergesellschaft LNM Holdings bereits den Zuschlag für die Übernahme des dortigen Stahlherstellers Nova Hut bekommen.

Thyssen-Krupp sei unverändert daran interessiert, in den polnischen Stahlmarkt einzusteigen, sagte ein Unternehmenssprecher in Duisburg. Der Konzern hatte sich schon vor Jahren um die beiden größten Hütten Katowice und Sendzimira bemüht. Katowice dürfte inzwischen für Thyssen-Krupp uninteressant sein, das sich das Duisburger Unternehmen auf die Produktion von Flachstahl konzentriert, Katowice dagegen Langprodukte wie zum Beispiel Stahlträger herstellt.

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