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Thyssenkrupp erwägt Immobilienverkauf - Keine Vorentscheidung

Der Industriekonzern Thyssenkrupp denkt über einen Verkauf seines Immobilienbesitzes nach. Seriösen Interessenten sei die Möglichkeit gegeben worden, ein Angebot abzugeben, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Düsseldorf mit. "Damit ist aber in keiner Weise bereits eine Vorentscheidung über eine Veräußerung gefallen." Das "manager magazin" berichtet in seiner neuesten Ausgabe (20. August), dem Konzern lägen bereits mehrere Angebote für seine Wohnungen vor. Thyssenkrupp verfügt nach eigenen Angaben über rund 49 000 Wohneinheiten.

dpa-afx DÜSSELDORF. Der Industriekonzern Thyssenkrupp denkt über einen Verkauf seines Immobilienbesitzes nach. Seriösen Interessenten sei die Möglichkeit gegeben worden, ein Angebot abzugeben, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Düsseldorf mit. "Damit ist aber in keiner Weise bereits eine Vorentscheidung über eine Veräußerung gefallen." Das "manager magazin" berichtet in seiner neuesten Ausgabe (20. August), dem Konzern lägen bereits mehrere Angebote für seine Wohnungen vor. Thyssenkrupp verfügt nach eigenen Angaben über rund 49 000 Wohneinheiten.

Thyssenkrupp beabsichtige, die Rechnungslegung im Geschäftsjahr 2005/2006 auf Grund gesetzlicher Vorschriften von US-Gaap auf Ifrs umzustellen, hieß es. In diesem Zusammenhang werde derzeit mit Hilfe Dritter auch eine Neubewertung des Immobilienbesitzes vorgenommen. Wie für andere Aktivitäten des Konzerns gebe es auch für die Wohnimmobilien immer wieder Anfragen von Interessenten, ob Thyssenkrupp sich von einzelnen Objekten, Teilen oder dem Ganzen trennen wolle. Mit Blick auf die geplante Umstellung der Rechnungslegung sei es von Interesse, "wie externe Dritte den Wert der Wohnimmobilien sehen".

Positive Reaktionen AN DER Börse - Kursgewinne

Thyssenkrupp-Aktien legten bis gegen Mittag um 0,89 % auf 14,76 ? zu und zählten damit zu den drei stärksten DAX-Werten . Das Börsenbarometer fiel gleichzeitig um 0,48 % auf 3 687,84 Punkte.

Marktteilnehmer und-beobachter führten das Kursplus der Thyssenkrupp-Aktie auf den möglichen Verkauf des Immobilienbesitzes zurück. "Ein Verkauf wäre grundsätzlich positiv, da der Bereich nicht zum Kerngeschäft gehört und totes Kapital ist", sagte ein Analyst.

Ein Händler einer Frankfurter Großbank fügte hinzu: "Mit dem Verkauf würde Geld in die Thyssenkrupp-Kasse gespült." Allerdings warnte er wie ein Branchenexperte vor zu großer Euphorie: "Noch wurden keine Details wie etwa der Verkaufspreis genannt. Auch sind noch keine möglichen Interessenten genannt worden."

Einfluss AUF G & V Nach Bilanzierungs-Umstellung Möglich

Nach Einschätzung von Bilanzexperten kann nach einer Umstellung auf Ifrs das Immobilienvermögen, insbesondere Wohnungen, auch die Gewinn & Verlust-Berechnung des Konzerns beeinflussen. Dabei gehe es um die Frage, ob Immobilien künftig als Finanzinvestition und nicht mehr wie bisher zum alten Anschaffungspreis geführt werden, sagte eine Expertin. Dies hätte zur Folge, dass das Immobilienvermögen Jahr für Jahr neu bewertet werden müsste. Damit wäre die Gewinn- und Verlustrechnung aber von Schwankungen auf dem Immobilienmarkt beeinflusst und somit volatiler. Verpflichtend sei diese Form der Bewertung mit der Umstellung aber nicht.

Andere Motive seien daher vermutlich ausschlaggebend, sagte eine andere Expertin. "Ich denke, die Konzentration aufs Kerngeschäft spielt bei solchen Verkaufs-Überlegungen eher eine Rolle. Überdies ist ein bisschen Liquidität ja auch ganz schön. Thyssenkrupp würde einen großen Schluck aus der Pulle nehmen."

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