Tibetische Proteste gegen Besuch
Chinas Parlamentspräsident lobt wirtschaftliche Öffnung Indiens

dpa NEU DELHI. Der chinesische Parlamentspräsident Li Peng hat die wirtschaftliche Liberalisierung in Indien gelobt. "Indien hat sich geöffnet und modernisiert. Ich sehe viele Veränderungen seit meinem vorigen Besuch zu Anfang der 90er Jahre", sagte Li am Freitag in Neu Delhi. Er traf den indischen Außenminister Jaswant Singh und Staatspräsident Kocheril Raman Narayanan. Dabei ging es um die Grenzstreitigkeiten beider Länder im Nordosten Indiens und um einen Ausbau des Handels. Das berichtete die indische Presse-Agentur UNI.

Durch die indischen Atomtests von 1998 war es zu Spannungen zwischen beiden Staaten gekommen. 1962 hatten die Nachbarländer einen Grenzkrieg geführt. Li sagte, der Besuch Narayanans in China habe im vergangenen Jahr die Irritationen beseitigt.

Bei neuen tibetischen Protesten gegen den Besuch Li Pengs nahm die Polizei mehrere Menschen vorübergehend fest. Der tibetische Frauenverband TWA hatte die Demonstration an einer Sehenswürdigkeit organisiert, die Li besuchte. "China sollte den Vorschlag des Dalai Lama zu direkten Gesprächen erwägen", forderte eine TWA-Sprecherin. China hält Tibet seit 50 Jahren besetzt. Der Dalai Lama, das geistliche Oberhaupt der Tibeter, und mehr als 100 000 seiner Anhänger leben in Indien im Exil.

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