Ticketing-System als Kostenfaktor
Olympiastadion wird deutlich teurer

Der Ausbau des Berliner Olympiastadions zur Endspiel-Arena der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 soll teurer werden als vorgesehen. Das 66 Jahre alte Stadion wird gegenwärtig für geplante 241 Mill. ? rekonstruiert und modernisiert. Dieses Geld wird aber offenbar nicht reichen.

HB/dpa BERLIN. Inoffiziell sollen 20 bis 50 Mill. ? Mehrkosten anfallen, berichtet die "Berliner Zeitung" und bezieht sich dabei auf Informationen aus den Senatsverwaltungen für Sport und für Stadtentwicklung. "Die Summe der zusätzlichen Kosten kennt noch niemand", sagte die Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr, Petra Reetz.

Unabhängig von der Diskussion um mögliche Mehrkosten soll das sanierte Berliner Olympiastadion als größte deutsche Fußballarena mit 76 188 Plätzen und 113 Logen zum Bundesliga-Start der Saison 2004/2005 übergeben werden. "Der Projektablauf steht nicht in Frage", erklärte Pressesprecher Alexander Görbing von der Walter Bau AG.

Wer die zusätzlichen Kosten - inoffiziell ist von 20 bis 50 Mill. ? die Rede - übernehmen soll, ist jedoch ungeklärt. Den Ausbau des Olympiastadions trägt derzeit der Bund mit 195 Mill. ? und Walter Bau mit 46 Mill. ?. Wie die Senatssprecherin weiter sagte, gehe die Senats-Bauverwaltung davon aus, dass die Firma Walter Bau als General-Auftragsnehmer einen Großteil der zusätzlichen Kosten übernehme.

Nach einem Vertrag aus dem Jahr 2000 habe das Unternehmen, das die Sanierung der Arena betreibt, ein "WM-taugliches Stadion" zu übergeben, meinte Reetz. Hingegen betonte Görbing, dass seine Firma nicht bereit sei, anfallende Mehrkosten zu tragen: "Die jetzt geforderten Leistungen waren beim Vertragsabschluss nicht bekannt. Es handelt sich also um klassische Mehrkosten."

Dass aktuelle höhere Anforderungen des Weltverbandes Fifa, wie von Senatsseite angeführt, die Kosten maßgeblich in die Höhe treiben würden, wies das Organisationskomitee für die Fußball-WM 2006 zurück. Zwischen dem vorläufigen Pflichtenheft der Fifa aus dem Jahr 1998 und der erweiterten Ausgabe von 2001 gebe es nur eine gravierende Änderung, sagte OK-Vizepräsident Wolfgang Niersbach der dpa. Diese betrifft das elektronische Ticketing- und Zugangssystem. "In anderen Bereichen gibt es nur Präzisierungen", meinte Niersbach.

Das Zugangs-Kontrollsystem, das auch in Abstimmung mit der Betreibergesellschaft installiert und erweitert werden soll, ist nur ein Verteuerungs-Faktor. "Es gibt aber nichts, wo wir Forderungen haben, die zu höheren Zusatzkosten führen", erklärte Hertha-Geschäftsführer Ingo Schiller. Zur Betreibergesellschaft gehören derzeit Hertha BSC, der Senat und Walter Bau AG.

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