Tief in roten Zahlen: Herlitz-Sanierung gefährdet

Tief in roten Zahlen
Herlitz-Sanierung gefährdet

Die Herlitz AG hat mit Bedauern und Kritik auf die offenbar kontroverse Diskussion im Bankenkonsortium um eine Verlängerung der Kreditlinien reagiert. Diese würde den Sanierungsprozess erschweren und "fahrlässig" Arbeitsplätze in Berlin aufs Spiel setzen, erkärte der Vorstand am Donnerstag in Berlin.

vwd BERLIN. Im Dezember hätten die Banken festgestellt, dass die "routinemäßige Verlängerung des Engagements" angesichts der vorgestellten Perspektiven "konstruktiv" behandelt werden solle. Dass die Kreditlinien bislang Ende März enden, wollte Herlitz weder bestätigen noch dementieren. Der Vorstand verwies lediglich auf die nächste routinemäßige Sitzung des Konsortiums Ende Februar.

Herlitz reagierte mit der Erklärung auf Presseberichte, nach denen Teile des Bankenkonsortiums die Kreditlinien in Höhe von insgesamt 122,5 Mill. ? nicht mehr verlängern wollen und ein Insolvenzverfahren anstrebten. Das Unternehmen liegt in Bezug auf seine Liquidität nach eigenen Angaben "im Plan". Das erste Quartal sei "gut angelaufen". Die dem Sanierungsprozess begleitenden Bankenkonsortium gegebenen Prognosen würden eingehalten. Genaue Angaben über diese Prognosen oder die Höhe des derzeit zur Verfügung stehenden Kapitals machte das Unternehmen aber nicht.

Das Konsortium unter der Führung der Deutschen Bank hält etwa 70 % an dem tief in den roten Zahlen stehenden Papierwarenhersteller. Herlitz war unter anderem durch die Immobilienkrise, durch ein verlustreiches Geschäft der früheren Handelstochter Hit in Russland und durch Probleme im Papierwarenhandel in die Schieflage geraten. Im vergangenen März hatte das Bankenkonsortium die Mehrheit übernommen und frisches Kapital bereitgestellt. Der Schuldenstand lag damals bei knapp 360 Mill. ?. Im Oktober verließ dann Vorstandsvorsitzender Werner Eisenhardt wegen unterschiedlicher Auffassungen über den zukünftigen Sanierungskurs das Unternehmen.

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