Tief, tiefer, Wall Street: US-Märkte beenden schwächste Woche seit Monaten

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Tief, tiefer, Wall Street: US-Märkte beenden schwächste Woche seit Monaten

Zumindest der Wochenausklang war versöhnlich. Der Dow Jones Index verbesserte sich um 1,2 Prozent, die Nasdaq zog es zwei Prozent nach oben.

Auf die Woche bezogen hat der Dow Jones 1,6 Prozent verloren. Der Standardindex geht mit einem Stand von 9744 Punkten ins Wochenende. Die Nasdaq hat an fünf Handelstagen 4,8 Prozent abgegeben und landete unsanft auf 1819 Punkten.

Honeywell belastete den Dow Jones-Index mit einem Minus von vier Prozent. Ein Gericht hatte in einer Klage den Industriekonzern zu einer Zahlung von 1,2 Mio. Dollar verdonnert. Angesichts der Kapitaldecke von Honeywell eigentlich eine verschmerzbare Summe - zumal sie kleiner als erwartet ausfiel. Dennoch reagierten die Anleger heftig und drückten ihr Missfallen mit dem Verkauf der Aktie aus.



Nach Unternehmenspleiten, der Angst vor Bilanz-Unstimmigkeiten in allen Branchen und den anhaltend mäßigen Nachrichten von Firmenseite ist das Vertrauen in den Markt geschwunden. Obwohl zahlreiche Papiere auf 52-Wochen-Tiefs notieren, fehlt den Anlegern die Kauflaune. Investiert wird hingegen in Gold; der Preis für die Feinunze klettert seit Tagen und legte zum Wochenschluss weitere zwei Prozent zu.

Dabei liefen einige Sektoren im Freitagshandel gar nicht so schlecht. Der Finanzsektor legte nach den Gewinnen vom Donnerstag erneut zu. Mit einem Plus von 4 Prozent handelte die Aktie der American International Group besonders stark. Der US-Versicherer und Finanzdienstleister bekam von der ABN Amro eine Aufstufung auf "Kaufen" und wird bei Merrill Lynch auf die so genannte "Focus One"-Liste gesetzt. Die Analysten sehen enormes Potenzial für die Aktie, die in den letzten zwölf Monaten elf Prozent an Wert verloren hat und auf einem günstigen Einstiegskurs notiert. Auch im Dow zeigten die Finanzwerte Stärke. JP Morgan Chase, Citigroup und American Express gehörten mit Gewinnen zwischen 2,5 und 3 Prozent zu den Top-Performern.

Merrill Lynch profitierte von einem Upgrade der Credit Suisse First Boston auf "aggressiv kaufen". Die Analysten attestieren den Branchenkollegen wirksame Kostensenkungen im letzten Jahr und hohe Rentabilität in einem sich stabilisierenden Umfeld.

Eine Erholung zeichnete sich zunächst für einige der Unternehmen ab, die Anfang der Woche von Misstrauen befallen waren. Anlegen hatten vielen Aktien den Rücken gekehrt vor dem Hintergrund strittiger Bilanzführung der Unternehmen. Der Telekomriese WorldCom legte neun Prozent zu, nachdem CEO Bernard Ebbers angekündigt hat, einen firmeninternen Kredit über 340 Millionen Dollar zurückzuzahlen. Die Analysten von JP Morgan stuften WorldCom auf "Kaufen" auf.

Auch die Aktie von Tyco stand weiter auf der Gewinnerseite. Das Unternehmen hatte zuerst mit dem Konzept, vier Teilbereiche auszugliedern und einzeln an die Börse zu bringen, Schlagzeilen gemacht, und danach mit seinen Enron-gleich undurchsichtigen Bilanzen. Dass Tyco Anlegern hunderte Akquisitionen in einer Gesamthöhe von mehr als 8 Milliarden Dollar verschwiegen hat, machte den Konzern nicht glaubwürdiger. Angesichts dramatischer Kursverluste trauen sich Investoren nun aber wieder an die Aktie, die über fünf Prozent gewann. Tyco und WorldCom sind jedoch weit davon entfernt, ihre Verluste der letzten Tage wieder wett zu machen.

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