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Tiefpunkt statt Wendepunkt

Neun Minuten vor dem Abpfiff war Bert van Marwijk noch siegessicher. Borussia Dortmund lag im DFB-Pokal-Achtelfinale in Hannover zwar durch das Tor von Sylvio Schröter 0:1 zurück, doch soeben hatte Thomas Christiansen einen Elfmeter für die Gastgeber verschossen.

dpa HANNOVER. "Ich habe auf der Tribüne zu unserem Pressesprecher gesagt: Ich denke, wir schießen jetzt noch ein Tor", erzählte der Trainer des Fußball-Bundesligisten später. Nach mehreren Diskussionen mit Schiedsrichter Wack war er von diesem in der 71. Minute auf die Tribüne geschickt worden.

Van Marwijks Zuversicht hielt nur 120 Sekunden. Dann gab Wack erneut einen umstrittenen Strafstoß, diesmal für Dortmund. Doch Ewerthon, der zwischen der 11. und 20. Minute drei gute Chancen vergeben hatte, setzte den Ball links am Pfosten vorbei. Der Schuss ging daneben - wie so vieles zurzeit bei Borussia Dortmund.

Das Spiel in Hannover sollte der Wendepunkt in einer bisher enttäuschenden Saison sein. Stattdessen wurde es der Tiefpunkt. Das Aus im DFB-Pokal hat die sportliche und finanzielle Krise (rund 18 Millionen Euro Schulden) weiter verschärft, schließlich ist der BVB auch schon im UI-Cup gescheitert.

Das wirtschaftlich so wichtige Erreichen des internationalen Geschäfts ist nun nur noch über eine gute Platzierung in der Bundesliga möglich. Doch derzeit ist die Borussia Zwölfter und hat sechs Punkte Rückstand auf einen Uefa-Cup-Rang. Die Blicke richten sich nach unten und nicht nach oben. "Wir haben nur noch ein Ziel", sagte van Marwijk, "wir wollen überleben. Dem Druck im Abstiegskampf müssen wir standhalten."

Doch die Zukunft sieht nicht rosig aus. Tomas Rosicky (Rückenprobleme) und Guy Demel (Muskelfaserriss) mussten in Hannover verletzt vom Platz gehen. "Sie waren die Ausfälle Nummer 13 und 14. Das sind zu viele", sagte van Marwijk. Für die Verletzten wechselte er die beiden 19-Jährigen Sahr Senesie und Sascha Rammel ein, das Durchschnittsalter der Dortmunder sank auf 24,3 Jahre. Die Spieler wehrten sich gegen die selbstbewusst spielenden Hannoveraner im Rahmen der begrenzten Möglichkeiten. Sie rannten und grätschten unter der Regie ihres Kapitäns Christian Wörns viel, ein Kampf mit letzter Leidenschaft war es aber nicht.

Am Samstag in Kaiserslautern wird auch noch der gesperrte Niclas Jensen fehlen. Für Dortmund zählt dennoch nur der Sieg. Kaiserslautern ist Tabellen-Sechzehnter. Bei einem Erfolg gegen Dortmund wären beide Teams punktgleich - und die Borussia dem Tabellenende wieder ein Stück näher.

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