Tiergeteste Kosmetika müssen gekennzeichnet werden
Tierversuche für Kosmetika ab 2004 in der EU völlig verboten

Ab 2004 wird es in der EU keinerlei Tierversuche mehr für Kosmetika geben. Das beschlossen die Abgeordneten am Dienstag in Straßburg in zweiter Lesung zur Novelle der Kosmetik- Richtlinie.

dpa STRAßBURG. Ferner soll spätestens zehn Jahre nach Annahme eines entsprechenden EU-Gesetzes die Vermarktung von Produkten wie Sonnencremes und Lippenstiften völlig verboten werden, wenn sie an Tieren getestet wurden. Von 2004 an müssen zudem tiergeteste Kosmetika solange entsprechend gekennzeichnet werden, bis das Vermarktungsverbot für solche Produkte gilt.

Das EU-Parlament lehnte damit die Pläne des Ministerrates ab, der ein Vermarktungsverbot erst dann erlassen will, wenn es Alternativen zu Versuchen an lebenden Tieren gibt. Nun muss in einem Vermittlungsverfahren ein Kompromiss zwischen Parlament und Rat gefunden werden. Dies dürfte nach Einschätzung der Berichterstatterin und SPD-Europa-Abgeordneten Dagmar Roth-Behrendt nicht vor dem Oktober der Fall sein.

Das vollständige Vermarktungsverbot für Kosmetika soll nach dem Willen des EU-Parlaments schon ab 2007 gelten. Ab diesem zeitpunkt dürfen auch in die EU importierte Produkte nicht mehr verkauft werden, wenn sie an Tieren auf ihre Ungefährlichkeit getestet wurden. Für drei Tests an Tieren jedoch, bei denen es um die Giftigkeit der Inhaltsstoffe geht und für die noch keine Alternativen zur Verfügung stehen, gilt das Vermarktungsverbot erst ab 2013.

Nach Angaben Roth-Behrendts hat sich die europäische Kosmetikindustrie inzwischen schon darauf eingestellt, dass Tierversuche für Kosmetika in fünf bis sieben Jahren in der EU nicht mehr möglich sind. "Viel stärker fürchten die Firmen aber die Kennzeichnung tiergetestete Produkte."

Laut Tierschützern werden in der EU jedes Jahr mindestens 40 000 Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten und Mäuse für Kosmetikversuche getötet. Bei den Tests würden unter anderem ätzende Substanzen in die Augen von Kaninchen geträufelt oder auf die geschorene Haut von Meerschweinchen gerieben. Insgesamt werden in der EU nach Angaben von Roth-Behrendt rund 8400 Kosmetik-Inhaltsstoffe auf ihre Ungefählrichkeit für den Menschen getestet.

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