Tiermehl seit 1991 verboten
In Frankreich mehr Fälle von Rinderwahnsinn als vermutet

Nach Auswertung von 15 000 BSE-Schnelltests kam eine französische Agentur zu der Erkenntnis, dass mehr verseuchtes Fleisch in die Supermärkte gekommen ist als zunächst erwartet.

dpa PARIS. In Frankreich ist in den letzten Jahren vermutlich mehr BSE-verseuchtes Rindfleisch in die Supermärkte gelangt als bisher angenommen. Zu dieser Einschätzung kam am Montag in Paris die französische Agentur für Verbraucherschutz (Afssa) nach Auswertung von 15 000 BSE-Schnelltests.

Mit dem im Juni eingeführten Schnelltest-Programm seien drei Mal so viele Krankheitsfälle registriert worden wie mit dem seit 1990 geltenden regulären Überwachungsprogramm. Vorher seien "viele Krankheitsfälle wahrscheinlich nicht entdeckt oder nicht gemeldet worden", hieß es in dem Bericht.



Tiermehl ist in Frankreich seit 1991 verboten

Nach der Auswertung von 15 000 Schnelltests seien zwei von 1 000 Rindern vom Rinderwahnsinn (BSE) betroffen, besonders zwischen 1993 und 1995 geborene Tiere. Auch bei über vier Jahre alten und bei notgeschlachteten Tieren sei eine leicht erhöhte Zahl (drei pro 1 000) von BSE festgestellt worden. Tiermehl, das als Verursacher der Rinderseuche gilt, ist als Rinderfutter in Frankreich allerdings schon seit 1991 verboten.

Bis Jahresende sind in Frankreich in Rahmen der verstärkten Kontrollen insgesamt 48 000 BSE-Schnelltests geplant. Seit Jahresbeginn wurden 129 Fälle von Rinderwahnsinn entdeckt, 208 seit dem Auftreten der BSE-Seuche in Frankreich im Jahr 1991.

Der Konsum von Rindfleisch ist aus Angst vor der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, der menschlichen Form des Rinderwahnsinns, in den letzten Monaten um bis zu 50 % zurückgegangen.

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