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Tierparadiesen droht Bevölkerungsexplosion

Südafrikas Tierparadiese sitzen nach Ansicht der nationalen Naturparkbehörde Sanparks auf einer biologischen Zeitbombe. „Neben den Elefanten vermehren sich auch die Nashörner immer schneller“, sagte Sanparks-Chef David Mabunda der dpa.

dpa BERG-EN-DAL. Südafrikas Tierparadiese sitzen nach Ansicht der nationalen Naturparkbehörde Sanparks auf einer biologischen Zeitbombe. "Neben den Elefanten vermehren sich auch die Nashörner immer schneller", sagte Sanparks-Chef David Mabunda der dpa.

"Im Krüger-Nationalpark haben wir heute rund 400 Spitzmaul- und mehr als 5 000 Breitmaulnashörner; in 20 Jahren könnte der Bestand auf bis zu 40 000 anschwellen", sagte Mabunda weiter. Während überzählige Breitmaulnashörner verkauft würden, scheide diese Alternative bei dem auf 12 000 Tiere angewachsenen Elefanten-Bestand aus. "Wir würden die überzähligen Elefanten ja gerne verkaufen, aber es gibt keinen Markt für sie. Und Empfängnisverhütung ist auch keine Lösung."

Der 46-Jährige macht kein Hehl daraus, dass er den kontrollierten Abschuss tausender Elefanten im Krüger-Nationalpark im Verbund mit der lukrativen Trophäenjagd für eine praktische Lösung hält. "Wie viele Elefanten würden denn heute den Nationalpark bevölkern, wenn in den 26 Jahren nicht 16 000 Elefanten abgeschossen worden wären?"

Sechs Jahre lang leitete er den Krüger-Nationalpark. Seit Oktober 2003 ist er als Sanparks-Boss für alle 20 Naturparks des Landes mit einer Fläche von vier Mill. Hektar verantwortlich - in etwa die Größe Schottlands. Die Ergänzung des zwei Mill. Hektar großen Krüger-Nationalparks um die eine Million Hektar große, angrenzende Fläche auf mosambikansicher Seite hält er für keine Lösung. "Die Elefanten kommen zurück, weil es in Trockenzeiten dort kein Wasser gibt. Im Addo-Nationalpark etwa hat es 30 Jahre gedauert, bis die Elefanten angekaufte benachbarte Flächen bevölkerten."

Es gehe nicht nur um ökologische, sondern auch sozio-ökonomische Sachzwänge. Mabunda: "Die Lobbyisten der Tierschützer drängen mit einigen von ihnen finanzierten Wissenschaftlern auf eine Politik des Nichtstuns. Wir brauchen aber eine Interventions-Strategie". Das Problem: "Bei den Elefanten geht es auch um Emotionen; wären es Hyänen, die abgeschossen werden müssten, würde sich niemand aufregen."

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