Tierschützer protestieren gegen Einsatz verspielter Tümmler
"Flipper" im Irak-Einsatz

Er gehört einer Eliteeinheit an, ist bestens trainiert, äußerst schnell und verfügt über das schärfste Radar in der US-Armee: Der Delfin K-Dog und seine Kameraden sind die neueste so genannten intelligenten Waffen im Arsenal der US-Militärs für den Krieg gegen den Irak. Am Donnerstag begann ihr Einsatz als Minensucher im Persischen Golf.

HB/dpa WASHINGTON. Die Tümmler sind kürzlich von ihrem Stützpunkt im kalifornischen San Diego zum Kriegsgebiet geflogen worden. Mit ihrem hoch empfindlichen Sonarradar sollen sie in flachen Gewässern vor dem irakischen Hafen Umm Kasr Minen aufspüren. Einige tragen dabei an ihren Flossen noch eine Spezialkamera, über die ihre Trainer genau sehen können, was entdeckt wurde.

Der Sprecher eines Marinezentrums in San Diego, Tom LaPuzza, ist von den Fähigkeiten der Tiere begeistert. "Denen entgeht nichts. Wenn irgendwo eine Mine ist, dann finden die Delfine sie auch." Er betont aber, dass die Tümmler selbst keiner Gefahr ausgesetzt würden. Sie seien darauf trainiert, nicht direkt bis zu Minen zu schwimmen, sondern einige Meter entfernt eine Signalboje auszusetzen. Zudem seien die Seeminen so eingestellt, dass sie nur auf Metall reagierten.

Dennoch protestierten Tierschützer gegen den Delfineinsatz. Stephanie Boyles von der amerikanischen Tierschutzorganisation PETA ist überzeugt, dass eine Gefahr für die Tiere sehr wohl bestehe.

Delfine seien einfach verspielt und würden gerade in einer fremden Umgebung nicht immer so funktionieren wie die Trainer dies wünschten. Boyles betonte, die Soldaten verdienten den besten möglichen Schutz. Diesen könnten Delfine aber nicht bieten. Boyles wunderte sich auch, dass die Marine überhaupt weiter Delfine zur Minensuche hat. Sie sei davon ausgegangen, dass die USA ähnlich wie Russland das Training von Delfinen für militärische Einsätze vor zehn Jahren aufgegeben hätten.

Nach Angaben der US-Marine begann die "Zusammenarbeit" zwischen Militärs und den Tümmlern vor über 40 Jahren mit dem Delfin "Notty". Zunächst ging es ihr nur darum, den Körperbau der eleganten Schwimmer zu studieren, um nach diesem Vorbild stromlinienförmigere Schiffe und Torpedos zu bauen. Dann erkannten die Wissenschaftler, dass die intelligenten Tiere sich auch für militärische Aufgaben trainieren ließen. Seitdem wurden sie immer wieder eingesetzt, vor allem zum Schutz von Schiffen, unter anderem in Vietnam und im Golfkrieg von 1991.

Neben den Delfinen setzen die USA auch Seelöwen ein. Sie sollen Schiffe der Alliierten in den Gewässern vor Bahrein vor feindlichen Tauchern schützen. Marine-Leutnant Josh Frey sagte im Fernsehsender MSNBC, die Seelöwen könnten die Taucher nicht nur aufspüren, sondern auch verfolgen und dann mit ihrer Schnauze eine Signalboje an sie anheften. Und wenn die Taucher ans Land flüchten sollten, könnten die Seelöwen ihnen sogar noch "nachrennen".

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