Tierseuchen in der EU
Ein wenig mehr Augenmaß

Die Hysterie scheint dieser Tage keine Grenzen zu kennen. Sicher, die Sorgen der Europäer vor den zunehmenden Risiken, die von dem grenzüberschreitenden Nahrungsmittelbetrieb ausgehen, müssen sehr ernst genommen werden. Politik und Produzenten müssen den Konsumenten klare Antworten geben, um das zutiefst zerstörte Vertrauen der Verbraucher in die Hersteller von Lebensmitteln wieder herzustellen.

Grob fahrlässig ist es aber, wenn die Einfuhrstopps, mit denen sich Drittstaaten wie die USA, Kanada, Ungarn und Marokko gegen ein Überschwappen der Risikoträger in ihre Länder wehren, als möglicher Anlass eines Handelskriegs heraufbeschworen werden. EU-Verbraucherkommissar David Byrne war schlecht beraten, als er vor dem Europaparlament die Welthandelsregeln auch nur kurz erwähnte. Der Ire hat aktuell genug in der Gemeinschaft zu tun. Die handelspolitischen Aspekte der BSE- und Seuchenkrise sollten zunächst in den Hintergrund rücken.

Die Importverbote stellen keine Bedrohung der Handelsbeziehungen zu den einzelnen Ländern dar. Dies gilt auch für die USA - solange Washington sich an die internationalen Absprachen hält und die Maßnahmen entsprechend den WTO-Regeln beendet, wenn die Gefahr gebannt ist.

Aber nicht nur Byrne war unachtsam, auch die US-Regierung hätte bei der Vorbereitung ihres Einfuhrverbots für Tiere und tierische Produkte ein wenig vorsichtiger sein können. Die Absprachen des Internationalen Tierseuchenamtes sehen bei einem Ausbruch einer Seuche regional begrenzte Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Gefahr vor. Europa liegt zwar weit von den USA entfernt. Dies rechtfertigt aber nicht, den gesamten Kontinent als eine Region zu behandeln.

Die US-Regierung muss diese Sicht bei der Überprüfung ihrer jüngsten Maßnahmen korrigieren und das Einfuhrverbot auf die Produkte aus den von der Seuche betroffenen Regionen beschränken.

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