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Tifosi bejubeln Völlers Geniestreich mit dem AS Rom

„Bravo Rudi“, jubeln die Tifosi des AS Rom. Dank eines mutigen Geniestreichs hat Rudi Völler ein gelungenes Trainer-Debüt in Italien gefeiert und sich sofort an die Tabellenspitze der Serie A gesetzt.

dpa ROM. "Bravo Rudi", jubeln die Tifosi des AS Rom. Dank eines mutigen Geniestreichs hat Rudi Völler ein gelungenes Trainer-Debüt in Italien gefeiert und sich sofort an die Tabellenspitze der Serie A gesetzt.

Als der Vize-Meister im hitzigen Duell gegen den AC Florenz unter die Räder zu kommen drohte, brachte der ehemalige DFB-Teamchef in der Pause den längst abgeschriebenen Vincenzo Montella. Gerade mal acht Minuten auf dem Platz, bedankte sich Roms vergessener Stürmer mit dem golden Tor zum 1:0. "Sein Mut hat Rom den Sieg beschert", lobte die "La Gazzetta dello Sport" den deutschen Trainer.

Völler spielte seinen Coup herunter. "Für mich gehört Montella im Strafraum immer noch zu den drei besten Mittelstürmern", lobte er seinen Matchwinner so, als sei der Siegtreffer des 30-Jährigen ganz selbstverständlich gewesen. Aber von wegen. Den ganzen Sommer über hatte der Club vergeblich versucht, Montella zu verscherbeln. "Dafür muss ich mich wohl entschuldigen", leistete Roms Sportdirektor Franco Baldini Abbitte bei dem jetzt plötzlich wieder "großartigen Fußballer". Der bejubelte sein Comeback nach zwei katastrophalen Jahren und einer Bänderoperation im Frühjahr wie üblich mit weit ausgestreckten Armen. So manchen erinnert der "kleine Flieger" an Rudi Völler, der zwischen 1987 und 1992 als Mittelstürmer für "Roma" 45 Tore schoss.

Jetzt lässt Völler jubeln, ohne dabei abzuheben, denn der glückliche Auftaktsieg konnte nicht über Schwächen der Römer hinwegtäuschen. Sorgen machen Völler vor allem die noch schwache Form seines Spielmachers Francesco Totti und der neuerliche Ausraster von Jungstar Antonio Cassano, der kurz vor der Pause nach einer Prügeleinlage die rote Karte sah. "Das darf sich nicht wiederholen", ermahnte Völler den 22-Jährigen Stürmer. Die Frage nach seiner vereinsinternen Bestrafung ging jedoch im allgemeinen Siegesjubel unter.

"Ich widme diesen Sieg Völler und Cesare Prandelli", erinnerte Kapitän Totti an Völlers Vorgänger, der vor zwei Wochen wegen seiner erkrankten Frau zurückgetreten war. Auch Tottis Aufruf vor dem Spiel zur Freilassung der beiden im Irak entführten Italienerinnen, bekam im Olympiastadion großen Applaus.

Gemeinsam mit Rekordmeister Juventus Turin, Lazio Rom und den Aufsteigern aus Cagliari und Palermo führt Völlers Team die Serie A nun an und geht etwas gelassener ins Champions-League-Heimspiel am Mittwoch gegen Dynamo Kiew. Überragend präsentierte sich bislang in Italien aber nur Rekordmeister Juve, der beim 3:0 in Brescia auftrumpfte. Werder Bremens Champions-League-Gegner Inter Mailand enttäuschte beim 2:2 bei Chievo Verona dagegen genauso wie Titelverteidiger AC Mailand mit seinem schwachen 2:2 zu Hause gegen Aufsteiger Livorno.

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