Tiger bei den Wölfen
Kommentar: Gebrauchtwagen

Volkswagen will raus aus der miefigen Ecke, in der das Volk zu Hause ist. Golf, Polo und Passat - alles schön und gut. Aber das, was wirklich Spaß macht, klingt anders: Bugatti, Bentley oder vielleicht auch Phaeton.

So wie ein Golf-Fahrer nicht aus der Masse hervorstechen kann, so war dies bisher auch mit dem VfL Wolfsburg im Fußball ein Ding der Unmöglichkeit. Graue Maus, graue Masse, graue Provinz. Jetzt aber hat sich VW dazu durchgerungen, den früher eher unwillig unterstützten VfL in die Oberklasse des Fußballs zu führen und zu finanzieren. Ein spannendes, teures und gewagtes Unterfangen.

Nicht nur wegen des neuen Stadions, sondern auch wegen Stefan Effenberg. Den armen Kerl verschlägt es auf der Zielgeraden seiner Karriere ins überschaubare Wolfsburg, womit ein Wechsel der Automarke einhergeht. Bei den Bayern war er im Vorjahr noch Opel-Fahrer, jetzt folgt ein VW. Also doch ein Aufstieg, der Sprung nach Norden? Nun, zumindest hätte es einen gewissen Charme, sollte der Tiger fortan im Beetle vorfahren.

Effenberg in Wolfsburg - das klingt unwillkürlich so, als wenn Ferdinand Piëch auf seine alten Tage noch ein VW-Autohaus in der Lüneburger Heide übernehmen würde. Der Fußballstar wirkt in der norddeutschen Tiefebene wie ein Bugatti oder Bentley, ist aber eben doch nur ein Gebrauchtwagen. Womöglich wäre für die Wolfsburger ein Phaeton besser: Der sieht zwar so schlicht aus wie ein Passat, dafür aber steckt eine Menge in ihm drin.

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