Tipps der Experten
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Wer im Internet Erfolg haben will, muss etwas anbieten, dass die Konkurrenz noch nicht bietet. Ohne elektronischen Mehrwert ist ein Start-Up meist zum Scheitern verurteilt. Experten verraten, worauf es bei einer guten Start-Up-Gründung ankommt und warum auch Nachahmer Erfolg haben können.

Gute Geschäftsideen zeichnen sich vor allem durch eines aus: den „elektronischen Mehrwert“, meint Tobias Kollmann, Professor für E-Entrepreneurship an der Universität Duisburg-Essen. „Der entsteht immer dann, wenn ein Problem aus der Realität mithilfe elektronischer Datennetze besser gelöst werden kann.“ Also wenn man sich zum Beispiel sein Lieblingsmüsli – statt von Bioladen zu Bioladen zu ziehen – bei mymuesli.de aus 70 angebotenen Zutaten bequem per Mausklick zusammenmischen kann. 566 Billiarden Müsli-Kombinationsmöglichkeiten stehen dabei zur Verfügung – und damit ein echter „elektronischer Mehrwert“.

Erheblich mehr Möglichkeiten als die analoge Verkaufs-Welt bietet auch trade-a-game.de. „Auf diesem Portal kann man neue und gebrauchte Konsolenspiele kaufen und alte in Zahlung geben“, erklärt Alexander Hüsing, der als Redakteur des Portals deutsche-startups.de das Geschehen in der Branche beobachtet. Damit bietet trade-a-game.de die Lösung für ein Problem, das viele Videospiele-Fans kennen: Wohin mit den zu Ende gespielten Spielen? „Der Spieler muss nirgends mehr hingehen, nur noch zur Post“, erläutert Hüsing.

Worin der elektronische Mehrwert besteht, ist selbst für die Gründer oft nicht auf den ersten Blick zu erkennen. So planten Philipp Kraiss und seine Geschäftspartner vor der Gründung von mymuesli.de zunächst fürs individualisierte Frühstück noch klassische Verkaufsläden. Und eine Online-Umfrage unterstützte sie in diesem Vorhaben: Die meisten Befragten gaben an, über das Internet keine Lebensmittel beziehen zu wollen. Die Gründer standen also vor der Frage: Lohnt sich ein Online-Shop?

Ein Problem, das auch Experte Kollmann sieht. Einerseits sollte die Geschäftsidee zwar originell sein – aber eben auch nicht zu speziell. „Der Markt muss groß genug sein, so dass auch ausreichend Einnahmen erzielt werden können“, erläutert er. Die Macher von mymuesli.de hatten es zu Anfang vor allem auf Sportler und Allergiker abgesehen, die speziell abgestimmte Lebensmittel brauchen und gut übers Internet erreicht werden können. Trotz des negativen Umfrageergebnisses entschieden Kraiss und seine Geschäftspartner sich daher doch für den elektronischen Vertriebsweg. Und begeisterten bald doch weit mehr Menschen als nur sportliche Allergiker oder allergische Sportler. 2007 kürte deutsche-startups.de die Müsli-Macher zum Startup des Jahres.

Das größte Defizit sieht Startup-Experte Marc Evers vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag in der Regel in punkto Alleinstellungsmerkmal: „Viele Existenzgründer können nicht schlüssig beantworten, warum man gerade zu ihnen und nicht zur Konkurrenz gehen sollte.“ Fast die Hälfte aller Jungunternehmer, die die Gründungsberatung der Kammern besuchen, wusste laut DIHK-Gründerreport keine schlüssige Antwort zu geben. „Die Idee muss pfiffig sein, um sich Erkennbarkeit zu sichern. Noch ein neues Info-Portal allein reicht nicht“, so Evers.

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