Tipps für gutes Benehmen
Managerknigge: Mit Stil zum Erfolg

Gute Manieren sind ein Aushängeschild - im Job sind sie umso wichtiger, da der taktvolle Umgang mit Geschäftskunden, dem Chef oder Kollegen und ein sicheres Auftreten auf dem gesellschaftlichen Parkett zu einem erheblichen Teil zum persönlichen und geschäftlichen Erfolg beitragen.

cla DÜSSELDORF. Ganz gleich, in welcher Situation man sich bewegt - die allgemeine Grundregel Nummer eins lautet: Immer freundlich, höflich und taktvoll - aber niemals anbiedernd schleimen.

Geschäftsessen

Auch wenn wir jeden Tag Mahlzeiten zu uns nehmen, so gibt es doch große Unterschiede, ob man im Familien- und Freundeskreis, in der Stammkneipe zu Tisch sitzt, oder bei einem Geschäftsessen in einem Nobelrestaurant glänzen muss. Was Familie und Freunde als normal empfinden, wird in der anderen Situation vielleicht als Fauxpas wahrgenommen.

So werden beispielsweise Geschäftspartner im Stehen empfangen, d.h. der Gastgeber steht auf, wenn die Gäste im Restaurant eintreffen. Gleichberechtigung hin oder her: Der Herr hilft der Dame noch immer aus dem Mantel und rückt ihren Stuhl, bevor er sich selbst setzt. Sind die Speisen serviert, eröffnet der Gastgeber das Essen, indem er (oder sie) zuerst die Serviette entfaltet und zum Besteck greift, er erhebt auch als erstes das Glas und beendet schließlich das Essen, indem er die Serviette auf den Tisch legt. Erst danach dürfen auch die Gäste das Tuch links neben dem Teller ablegen. Übrigens wird die Serviette auf den Schoß gelegt - und zwar einmal gefaltet, so dass Sie den Mund bequem mit der Innenseite abtupfen können.

Kommen die Geschäftspartner aus dem Ausland oder einer anderen Region Deutschlands, sollte der Gastgeber Tipps in Sachen Wein oder lokale Speisen geben. Übrigens ist es durchaus angebracht, sich beim Servicepersonal für das Einschenken oder Abräumen zu bedanken.

In einem Punkt sind sich alle Ratgeber einig: Das obersten Gebote beim Essen sind Geräuschlosigkeit und Ästhetik. Über das Benehmen bei Tisch kann man Bücher schreiben. Hier die wichtigsten Punkte, die Sie unbedingt vermeiden sollten.

  • In guten Restaurants selbst einen Tisch suchen
  • Jacke an den Stuhl hängen
  • Handtasche auf den Tisch stellen
  • Ellenbogen aufstützen
  • Laut schneuzen, statt dessen dezent zur Seite drehen oder hinausgehen
  • Angefasstes Brot wieder in den Korb legen
  • Löffel beim Trinken in der Tasse lassen
  • Suppenteller zum vollständigen Auslöffeln anheben oder neigen (Suppentassen hingegen dürfen geneigt werden)
  • Teller nach dem Essen zurückschieben
  • Serviette in den Kragen stecken
  • Stoffserviette auf den leeren Teller legen
  • Zahnstocher benutzen
  • Schlürfgeräusche machen
  • Das Servicepersonal unhöflich behandeln
  • Durch das Lokal nach dem Ober rufen

Flirt im Büro

Der Arbeitsplatz ein der Heiratsmarkt Nummer eins. Kein Wunder, verbringen die Menschen doch nirgendwo so viel Zeit wie im Büro. Ein kleiner Flirt kann auch durchaus auch die Stimmung heben und sich positiv aus das Arbeitsklima auswirken. Aber Affären am Arbeitsplatz sind mit Vorsicht zu genießen. Schließlich kann man sich nach der Trennung nicht aus dem Weg gehen.

Knigge-Autorin Franziska von Au empfiehlt, bei aller Verliebtheit an die Konsequenzen zu denken: Was passiert, wenn am Ende die Liebe nicht hält. Ist dann noch eine Zusammenarbeit möglich? Das Versteckspiel gegenüber den Kollegen kann zudem nervenaufreibend sein. Wer das nicht aushält, sollte lieber gleich mit offenen Karten spielen. Außerdem empfiehlt von Au, als Betthasen oder Grapscher verschrieene Kolleginnen beziehungsweise Kollegen zu meiden. Chef und Chefin sind absolut tabu. Deshalb ist ratsam, sich auf dem Betriebsfest oder beim Betriebsausflug zurückhaltend zu benehmen und den Alkohol in Maßen zu genießen.

Geschäftsreisen ins Ausland

Generell gilt: Machen Sie sich vor Beginn der Reise mit Verhaltensweisen und Tabus des Gastlandes vertraut. Wenn Sie kräftig ins Fettnäpfchen treten, tut das dem Geschäftsabschluss unter Umständen nicht gut.

Fremdsprachenkenntnisse werden häufig als höflich wahrgenommen. Wenn Sie also der Landessprache nicht mächtig sind, ist es eine nette Geste, wenn Sie mit ein paar Grundkenntnissen wie Höflichkeitsfloskeln oder Begrüßungsformeln glänzen können.

In manchen Ländern wirken deutsche Tugenden wie Pünktlichkeit und Korrektheit irritierend. Umgangsformen-Expertin Susanne Hellbach Grosser empfiehlt, besser nicht darauf zu pochen. Und sollten komplizierte Situationen auftauchen, so würden in den meisten Fällen Humor und Contenance aus der Falle hjelfen. In Sachen Kleidung gilt: Lieber auf Nummer sicher gehen und bewährtes professionelles tragen, Faustregel: Eher mehr als zu wenig, nicht zu bunt.

Essen: Auch wenn für den europäischen Gaumen Ungewohntes auf den Tisch kommt, Helbach Grosser rät, nicht zu pingelig zu sein und ruhig alles zu probieren, um den Gastgeber nicht zu beleidigen. Es ist zwar kein Muss, sich mit Stäbchen abzuquälen, aber es zu versuchen, sei eine nette Geste.

Handy

Permanent erreichbar zu sein, will gelernt sein. So praktisch und wichtig ein Handy auch sein mag, so ist doch ein rücksichtsvoller Umgang angebracht. Das bedeutet vor allem: Nicht lautstark telefonieren. Schließlich haben die unfreiwilligen Zuhörer oft nicht die Möglichkeit, dem Telefonat zu entfliehen. Dass in der Flughafen-S-Bahn oder im Zugabteil keine geheimen Firmeninterna am Handy diskutiert werden, sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

In Konferenzen oder bei Kundengesprächen sollte das Funktelefon ausgeschaltet sein. Ist es unerlässlich, sollte man sich kurz fassen und keine unwichtigen Gespräche führen. Chefs haben schließlich in der Regel ein Sekretariat, das ihnen alles Unwichtige vom Hals hält. Wird eine Sitzung gestört, sollte eine Entschuldigung selbstverständlich sein.

Small Talk

Lesen Sie am Tag der Einladung die Zeitung besonders gründlich, verfolgen Sie das Tagesgeschehen und sammeln Sie Gesprächsstoff. Besonders gut geeignet sind die lustigen oder bemerkenswerten Meldungen. Blickkontakt halten, aber nicht starren, lächeln. Small Talk ist wie ein Ping-Pong-Spiel, d.h. lassen Sie das gegenüber zu Wort kommen und vermeiden Sie lange Statements. Tabuthemen sind nach wie vor: Religion, Geld, Ehekrisen oder Kritik am Gastgeber. Kultur, Urlaub, Sport, Wohnort oder Hobby sind hingegen unverfänglich und deshalb gut geeignet.

Literaturtipps:

  • Susanne Helbach-Grosser. "Erfolg mit Takt & Stil. Umgangsformen aktuell - Empfehlungen für Eilige". Im Expert-Verlag in der Reihe "Praxiswissen Wirtschaft" erschienen. Preis: 24 ?.
  • Franziska von Au: "Der neue Knigge. Sichere Umgangsformen für alle Sitationen", Verlag W. Ludwig, Preis: 15,95 ?.



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