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Tipps für Handel mit Optionsscheinen

Anleger, die mit Optionsscheinen handeln, stellen ihren Bankberatern immer wieder ähnliche Fragen - der Investor bringt die Antworten.

HB DÜSSELDORF. Mit wenig Einsatz schnell hohe Gewinne erzielen - das wünschen sich alle Optionsscheinkäufer. Doch oft zerplatzt der Traum wie eine Seifenblase. Viele Anleger befassen sich erst dann mit der Materie genauer. Folgende Fragen sollten Sie aber bereits beantworten können, bevor Sie sich an den Handel mit den Scheinen heranwagen:

Bei einigen Warrants sind die Umsätze gering - sind sie dennoch liquide?

Ja, denn bei Optionsscheinen bemisst sich die Liquidität nicht am Umsatz wie etwa bei Aktien. Die Banken stellen jederzeit An- sowie Verkaufskurse und nehmen Scheine zurück.

Sind die Preise fair?

Es ist kein Geheimnis, dass Optionsscheine oft etwas teurer sind als die an Terminbörsen gehandelten Optionen. Dabei spiegelt das Aufgeld das Risiko der Emittenten wider, dass Anleger jederzeit und in allen Marktszenarien Scheine ausüben oder verkaufen können. Außerdem begründen die Banken den Aufschlag damit, dass sie vor- und nachbörslichen Handel anbieten. Allerdings können die Geldhäuser nicht nach Gutdünken Preise stellen: Diese werden mittels eines festgelegten Preismodells bestimmt - nicht nach Angebot und Nachfrage, wie es bei Aktien der Fall ist. Die unbekannte Größe in dem Modell ist die so genannte Volatilität, die Schwankungsbreite der Basiswerte, zum Beispiel der Aktien (siehe Glossar); in den Volatilitätswert fließen die Einschätzungen der Banker über künftige Kursschwankungen ein. Allerdings gibt es hierfür Vergleichsgrößen wie historische Volatilitätsdaten oder die Schwankungsbreite von Optionen.

Wieso schwankt der Preis des Optionsscheins, obwohl sich der Aktienkurs kaum verändert hat?

Der Grund dafür ist oft eine Veränderung der Volatilität der Aktie, die dem Schein zu Grunde liegt. Abnehmende Schwankungsbreiten führen zu sinkenden Optionsscheinpreisen und umgekehrt - auch wenn sich der Aktienkurs nicht bewegt.

Wie viele Scheine muss man mindestens handeln?

Für den Börsenhandel wird in der Regel ein Schein gefordert, das gilt etwa bei der Citibank und der Deutschen Bank. Allerdings gibt es auch Ausnahmen: Bei der Société Générale etwa beträgt die Mindestgröße 100 Optionsscheine. Wegen der Fixkosten sollten sich Privatanleger überlegen, ob nicht größere Stückzahlen als nur ein Schein sinnvoll sind; beim Börsenhandel fallen ja unter anderem Maklercourtage sowie Handelsgebühren der Bank von zum Beispiel einem Prozent des Ordervolumens an. Die Gebühren können sich dann zu einem Vielfachen des Preises eines Optionsscheins addieren, sollten aber fünf Prozent der Ordersumme nicht überschreiten. Wer außerbörslich handeln will, sollte sich genau erkundigen. Die geforderten Größen der Geschäfte weichen deutlich voneinander ab.

Was geschieht mit Warrants nach einem Aktiensplit?

Der Preis des Scheins verändert sich bei Aktiensplits nicht, weil Bezugsverhältnis und Basispreis angepasst werden. Das Bezugsverhältnis gibt zum Beispiel die Anzahl der Kaufoptionsscheine (Calls) an, über die Anleger eine Aktie erwerben können. Der Basispreis ist der festgelegte Preis, zu dem der Titel bei Ausübung bezogen wird.

Schwankt der Preis des Scheins auf Grund einer Übernahme?

Die Emittenten orientieren sich meist an den Regelungen der Terminbörse Eurex. In der Regel gilt: Solange die Aktien des Unternehmens, das übernommen wird, weiter gehandelt werden, bleiben auch die Optionsscheine unverändert; das war zum Beispiel bei der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone der Fall. Allerdings ist es für Privatanleger oft ratsam, Scheine, wie die Papiere auf die Mannesmann-Aktie, zu verkaufen. Denn die Liquidität der betreffenden Aktien, die zwar noch auf dem Kurszettel stehen, aber kaum noch gehandelt werden, sinkt drastisch. Die Emittenten der Scheine müssen sich absichern, also die Aktien kaufen oder verkaufen. Bei geringer Liquidität können die Banken mit diesen Refinanzierungsgeschäften Sprünge des Aktienkurses sowie der Optionsscheinpreise auslösen.

Nach welchen Kennzahlen sollten sich Anleger richten, wenn sie Optionsscheine kaufen wollen?

Sie sollten zunächst auf einen möglichst niedrigen Spread - also eine geringe Differenz von An- und Verkaufskurs - achten. Wichtig ist dann, Scheine mit niedriger impliziter Volatilität auszusuchen. Papiere mit hoher Schwankungsbreite des Basiswerts sind teuer. Außerdem ist es sinnvoll, sich beim Kauf am "Delta" zu orientieren. Diese Kennzahl zeigt den Investoren an, wie stark der Schein auf Veränderungen der Aktie reagiert. Entsprechend seiner Risikobereitschaft kann der Anleger gezielt zugreifen.

Sollte man einen Euro/US-Dollar-Put oder einen-Call kaufen, wenn man mit einem sinkenden Dollarkurs rechnet?

Wer auf einen fallenden Dollar setzt, erwartet einen Anstieg des Euros und benötigt einen Euro/US-Dollar-Call.

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