Tipps von Berufsfindungsberaterin Uta Glaubitz
Endlich Abitur - und jetzt?

Nach dreizehn Jahren ist die Schule endlich vorbei. Doch das Ende der Schulzeit wirft neue Probleme auf: Die wenigsten Abiturienten wissen, was sie nach Abschluss der Reifeprüfung machen wollen. "Ganz wichtig: Sich nicht bequatschen lassen. Schon gar nicht von Eltern, Lehrern oder Arbeitsamtberatern", findet Berufsfindungsberaterin Uta Glaubitz.

kum/BERLIN. Rund 230 000 Gymnasiasten verlassen in diesen Wochen mit dem Abitur in der Tasche die Schule. Jeder Dritte wird voraussichtlich studieren. Aber wie findet man heraus, welche Fachrichtung für einen die beste ist? Oder ob man nicht doch eine Ausbildung machen sollte? Viele fragen sich, welcher Beruf zu ihnen passt.

"Antworten findet man durch Selbstreflexion. Indem man sich zum Beispiel fragt: Wo gab es in den letzten Jahren Situationen, für die ich mich richtig ins Zeug gelegt habe? Oder auch: Wann stehe ich morgens gut gelaunt auf, selbst wenn ich noch müde bin?" Aus diesen Antworten lassen sich laut Uta Glaubitz mögliche Berufswege ableiten. "Wenn jemand seine ganze Freizeit im Fitnessstudio verbringt und in den Ferien noch segelt und Ski fährt, ist das eine wichtige Information." Das Argument, mit sowas könne man kein Geld verdienen, lässt die Berliner Berufsfindungsberaterin nicht gelten. "Klar, nicht jeder hat das Zeug zum Hochleistungssportler. Aber es gibt eine Menge Berufe, die mit Sport zu tun haben: Physiotherapeut, Geschäftsführer im Fitnessclub, Sportjournalist und viele mehr."

Außerdem beruhe beruflicher Erfolg nicht in erster Linie auf Talent, sondern habe viel mit Selbstbewusstsein zu tun. Gerade in Deutschland unterschätzten viele junge Leute ihre Fähigkeiten: "In meinen ganzen Beratungsgesprächen hatte ich noch nie ein Mädchen, das 100 Kilo wog und Modell werden wollte. Hübsche, schlanke Frauen, die sich für diesen Beruf interessierten, ihn sich aber nicht zutrauten, hatte ich dagegen schon ein paar Mal."

Der größte Fehler sei, die Berufswahl nicht ernst zu nehmen und sich von anderen was einreden zu lassen: "So mancher studiert Jura, weil es der beste Freund macht. Oder weil der Vater Jurist ist und seinen Sohn gerne als Staatsanwalt sähe." Auch sei es falsch zu glauben, man treffe mit der Berufs- oder Studienwahl nach dem Abi eine Entscheidung fürs ganze Leben: "Berufswechsel sind heutzutage völlig normal. Karrieren wie die von Joschka Fischer oder Sabine Christiansen beweisen das. Aber bis zu den Arbeitsamtsberatern und in viele Elternhäuser ist das noch nicht vorgedrungen."

Wer trotz intensiver Selbstreflexion noch immer nicht wisse, was er tun soll, dem rät Uta Glaubitz, zuerst mal ins Ausland zu gehen: "Jobben, Reisen, Studieren. Ein Jahr in der Fremde öffnet die Augen. Zukunftspläne, Berufswünsche - nach der Rückkehr sehen die meisten klarer."

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