Tipps zu Versicherung, Vorsorge und Erben
Weihnachten – beste Zeit für Finanzplanung

Welche Versicherung brauchen wir wirklich? Wie sorgen wir fürs Alter vor? Und wie vererben wir unser Vermögen steuergünstig? Einige Antworten auf diese Fragen fallen im kommenden Jahr anders aus.

DÜSSELDORF. Die viel zitierte Besinnlichkeit kommt vor lauter Weihnachtsstress oft erst nach dem Fest auf. Manche Familien nutzen die ruhigen Tage zwischen den Jahren, um grundlegende Fragen der Finanzplanung zu klären. Beim familiären Finanzcheck sollten die Bereiche Versicherungen, Vorsorge und Erben/Steuern im Blickpunkt stehen.

"Zuerst müssen die existenziellen Risiken abgesichert werden", sagt Thomas Bieler von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Teuer, aber unerlässlich ist es, die Finanzkraft des Hauptverdieners zu versichern. Dabei gilt es zunächst zu klären: Was zahlt die gesetzliche Rentenkasse bei Berufsunfähigkeit? Vor allem bei jüngeren Arbeitnehmern (nach 1.1.1961 geboren) ist das nicht mehr viel.

Deshalb ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung unabdingbar. Hier lohnt der Blick aufs Kleingedruckte. Gefährlich sind Formulierungen, wonach der Versicherer nicht zahlt, wenn der Kunde theoretisch eine andere Tätigkeit ausüben kann - egal, ob er diesen Job bekommt. In den vergangenen Jahren sind solche Versicherungen aber kundenfreundlicher geworden.

Wichtig: Es werden viel mehr Menschen durch Krankheit als durch Unfälle berufsunfähig. Eine Unfallversicherung ersetzt daher nicht die Berufsunfähigkeitsversicherung. Erstere empfiehlt sich eher für Hausfrauen- oder-männer, weil es für sie nichts Besseres gibt. Für Kinder gibt es - recht teure - "Kinderversicherungen", die bei Krankheit und Unfällen zahlen.

Das zweite Risiko ist der Tod des Haupternährers. Bei konventionellen Lebensversicherungen reichen die Leistungen im Todesfall oft nicht, um den Verdienstausfall abzudecken. Hier empfiehlt sich zusätzlich eine Risikolebensversicherung, die nur im Todesfall zahlt. Preisgünstig ist eine Variante mit fallender Auszahlungssumme, die etwa beim Renteneintritt auf Null sinkt. Sie sorgt für einen optimalen Schutz der Familie. Solche Angebote gibt es auch als "Restschuldversicherung" für Bauherren. Beide Versicherungen stellen für wenig Geld sicher, dass die Lieben wenigstens keine Schulden haben, wenn der Hauptverdiener verunglückt. Berufsunfähigkeits- und Risikolebensversicherung bilden zusammen mit der Haftpflicht (privat und Auto) das Fundament für den finanziellen Familienschutz. Leider wissen viele Menschen das nicht.

Nach der Versicherung kommt als nächstes großes Thema die Vorsorge. Hier haben die Riesterreform und die neuen Steuerpläne der Regierung große Unsicherheit verursacht. Wichtig: Die Riesterrente ist nicht so üppig, wie sie auf den ersten Blick erscheint. Denn der heutigen Förderung stehen im Alter höhere Steuern gegenüber. Trotzdem lohnt sich Riester für fast alle Familien - und zwar umso mehr, je mehr Kinder und je weniger Einkommen sie haben. "Da ist viel Unsinn über die Riesterrente behauptet worden", sagt Verbraucherschützer Bieler, "für die allermeisten Leute ist das eine gute Sache. Man muss nur wissen, dass es eben eine Rente ist, man kann sich kein neues Auto davon kaufen."

Neben der Riesterrente gibt es neue und alte Wege der betrieblichen Vorsorge. Nach heutigen Bedingungen ist die alte Direktversicherung günstig, aber das könnte sich bald ändern. Wer die - sehr kleine - Riesterförderung für 2001 verpasst hat, sollte im neuen Jahr zuschlagen. Bei der privaten Vorsorge herrscht zurzeit Wirrwarr. Aktuelle Gesetzespläne würden Fondssparpläne unattraktiv machen. Womöglich wird dies aber noch geändert. Lebensversicherung und Rentenversicherung bleiben dagegen vorerst steuerlich attraktiv. Hier wird jedoch über schärfere Regelungen diskutiert.

Ein dritter Aspekt der Familienfinanzen sind Steuern. Vor allem vermögende Eltern sollten die Erbschaftsteuer im Blick behalten (s. Tabelle). Schenkungen an die Kinder führen zu einer großen Entlastung. Denn alle zehn Jahre können die Freibeträge wieder neu in Anspruch genommen werden. Auch bei der Einkommensteuer und möglicherweise bald wieder bei der Vermögensteuer bringt eine Verteilung des Vermögens in der Familie Vorteile, weil die Kinder eigene Freibeträge beanspruchen können. Umgekehrt gilt: Das so genannte "Berliner Testament", bei dem zuerst der Ehegatte alles erbt, führt in manchen Fallen zur doppelten Erbschaftssteuer.

Es macht allerdings keinen Sinn, Geld zu verschenken, das die Eltern im Alter noch brauchen. Manchmal bieten sich Konstruktionen an, bei denen die Kinder das Vermögen erhalten und die Eltern den Nießbrauch behalten. Dies setzt aber ein Vertrauensverhältnis voraus. "Wer kein Vertrauen zu seinen Kindern hat, sollte es lassen", sagt Joachim Zimmermann, Steuerexperte von HSBC Trinkaus.

Für Fragen zur staatlichen Rente gibt es ein Bürgertelefon: 08001515150. Ein Überblick über notwendige Versicherungen findet sich auf der Maklerwebsite www.asuro.de.

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