Tischtennis Olympia
Achtelfinale Endstation für Boll und Ovtcharov

Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov haben den Sprung ins Achtelfinale des olympischen Tischtennis-Turniers geschafft. Boll besiegte Hyok Bong Kim, Ovtcharov bezwang Adrian Crisan. Raus ist dagegen Christian Süß.

Schwarzer Tag für Timo Boll: Noch vor dem nächsten Duell gegen die scheinbar übermächtigen Chinesen ist der Traum des Dreifach-Europameisters von der olympischen Einzelmedaille zerplatzt. Drei Tage nach dem Team-Silber verlor Boll im Achtelfinale deutlich gegen den Südkoreaner Sang Eun Oh. Auch Dimitrij Ovtcharov und Christian Süß kassierten klare Niederlagen.

"Timo, Timo"-Rufe der zahlreichen deutschen Fans hallten durch die ausverkaufte Universitätssporthalle, doch auch die Unterstützung von den steilen Tribünen half Boll bei der 1: 4-Niederlage nichts. Der Weltranglistensechste agierte viel zu passiv und kam bei den Topspins des Team-Vizeweltmeisters von 2006 häufig einen Schritt zu spät. Boll haderte mit sich, schüttelte ständig den Kopf und wirkte am Ende fast mutlos.

Die angepeilte Einzelmedaille hat Boll damit im bereits dritten Anlauf erneut deutlich verpasst. Vor vier Jahren war in Athen im Viertelfinale gegen den Schweden Jan-Ove Waldner Endstation, bei seinen ersten Spielen in Sydney war er 2000 ebenfalls im Achtelfinale gescheitert.

Zuvor war Boll nach zwei Tagen Ruhepause noch souverän gestartet. Der weitgehend unbekannte Nordkoreaner Hyok Bong Kim wurde mit 4:1 aus dem Turnier geschmettert. Besonders der erste Satz, den er nach 8:10 noch gewann, war für den früheren Weltranglistenerste enorm wichtig, um zu seinem Spiel zu finden. Zu diesem fand Ovtcharov in seinem Achtelfinale in kaum einer Phase. In nur 23 Minuten wurde der EM-Dritte vom Hongkong-Chinesen Lai Chak Ko vom Tisch gefegt. Lediglich im vierten Satz, den Ovtcharov 11:1 gewann, zeigte der Doppel-Olympiazweite von Athen ein paar Schwächen. "Nach so einem langen Turnier war die Konzentration komplett weg. Ich hatte nicht den Tunnelblick, den ich sonst habe", meinte Ovtcharov.

Dagegen war Süß bereits in der dritten Runde der dreimalige EM-Champion Wladimir Samsonow erwartungsgemäß die Endstation. Der Doppel-Europameister hatte nur im ersten Satz eine Chance, den er jedoch nach hartem Kampf 13:15 verlor. "Christian hätte mehr als ein 0:4 verdient gehabt", sagte Bundestrainer Richard Prause und versicherte dem Düsseldorfer, dass er auch 2012 in London fest mit dem Doppel-Spezialisten plant.

Bei den Frauen sind die Halbfinals wie erwartet fest in asiatischer Hand. Neben Athen-Olympiasiegerin Yining Zhang stehen in Nan Wang und Yue Guo zwei weitere Chinesinnen in der Vorschlussrunde. Jia Wei Li aus Singapur komplettiert das Quartett. Jiaduo Wu aus Kroppach war als letzte Deutsche in der vierten Runde ausgeschieden.

© SID

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