Titel zum Greifen nah
Bayers Meisterprüfung am Betzenberg

Mit einem "big point" im Titelkampf hat Bayer Leverkusen im Stil eines Champions die Bewährungsprobe am Betzenberg bestanden und darf fünf Runden vor Saisonschluss mit vier Punkten Vorsprung vom Gewinn der ersten Meisterschaft träumen.

dpa DÜSSELDORF. "Das war ein toller Spieltag für uns, aber von der der Meisterschaft können wir noch nicht sprechen", warnte Trainer Klaus Toppmöller trotz des beeindruckenden 4:2-Erfolgs beim 1. FC Kaiserslautern. Durch die Patzer der Verfolger Borussia Dortmund (2:3 beim VfB Stuttgart), Bayern München (0:0 beim Hamburger SV) und Schalke 04 (1:1 beim 1. FC Köln) dürfen sich die Rheinländer in den restlichen fünf Spielen, drei davon in der Bay-Arena, sogar noch eine Niederlage leisten.

"Wir bleiben auf dem Boden und wollen unsere Riesen-Saison nicht durch Leichtsinn versauen", meinte der frühere FCK-Profi Michael Ballack, der sein Team mit dem Elfmetertreffer zum 3:2 auf die Siegerstraße führte. Zuvor hatten Ulf Kirsten mit einem Blitztreffer nach elf Sekunden und Oliver Neuville für die 2:0-Führung gesorgt, ehe Hany Ramzy und Vratislav Lokvenc den Ausgleich schafften. Das 4:2 für Bayer erzielte Dimitar Berbatow. "Wir haben Moral gezeigt und sind wie eine Spitzenmannschaft aufgetreten", befand Ballack. Und Torjäger Kirsten ergänzte: "Das war ein wichtiger Schritt zum Titel." Auch die Pfälzer waren von der Leverkusener Klasse überzeugt. "Herzlichen Glückwunsch zur Meisterschaft", nahm Kaiserslauterns Profi Mario Basler den Titelgewinn vorweg.

Die Klasse des seit acht Spielen unbesiegten Tabellenführers ließ Verfolger Borussia Dortmund bei der 2:3-Niederlage in Stuttgart vermissen. "Die Mannschaft ist anscheinend nicht bereit, alles zu investieren, um das Unmögliche noch zu schaffen", befand BVB-Trainer Matthias Sammer, dessen Team den Stuttgarter Führungstreffern durch Sean Dundee, Silvio Meißner und Viorel Ganea lediglich die Anschlusstore von Christian Wörns und Jan Koller entgegenzusetzen hatte. "Für mich ist enttäuschend, dass man nicht in jeder Phase gespürt hat, dass wir das Spiel mit allen Mitteln gewinnen wollten", meinte Dortmunds Sportmanager Michael Zorc. Die vier Zähler Rückstand auf Leverkusen sind laut Sammer "eine Menge. Aber wir kommen zurück", kündigte der BVB-Coach vollmundig an.

An der Stätte des Triumphs zum Ende der vergangenen Saison musste sich Titelverteidiger Bayern München beim Hamburger SV mit einem torlosen Remis zufrieden geben und hat bei sieben Punkten Rückstand auf die Spitze wohl die letzte Chance verspielt. Dennoch gab sich Uli Hoeneß zuversichtlich. "Wir sind noch im Titelrennen dabei", sagte der Bayern-Manager. Klartext sprach Keeper Oliver Kahn: "So kann man kein Meister werden. Aber ein Jahr ohne Titel wäre auch akzeptabel."

Inakzeptabel war für Schalke-Trainer Huub Stevens die Leistung seines Teams bei Tabellen-Schlusslicht Köln: "Aus dem Mittelfeld kam zu wenig, von hinten kam zu wenig, und vorne kam auch zu wenig."

Der Höhenflug von Hertha BSC Berlin unter Interimscoach Falko Götz ist zunächst beendet. Neben der 1:3-Niederlage bei Aufsteiger Borussia Mönchengladbach, der den Klassenverbleib mit dem fünften Heimsieg hintereinander fast geschafft hat, sorgten die erneuten Pfiffe gegen den Ex-Gladbacher Sebastian Deisler für Unmut. "Das muss wohl so sein, aber das macht mich nur stärker", behauptet Deisler. Matchwinner für Borussia war der zweifache Torschütze Lawrence Aidoo.

Auch der FC Energie Cottbus kann dank seiner Stärke im eigenen Stadion wohl ein weiteres Bundesliga-Jahr einplanen. Der 2:0-Erfolg über den SC Freiburg, der mit vier Punkten Rückstand zum rettenden 15. Platz schon ein wenig abgeschlagen scheint, war der sechste Heimsieg der Lausitzer in Serie. "Irgendwann ist der Punkt gekommen, wo es schwer wird, die Mannschaft wieder aufzurichten", gab SCF-Coach Volker Finke zu. "Es läuft beschissen", fasste Tobias Willi die bedrohliche Lage, auch angesichts einer langen Liste von Ausfällen bei den Breisgauern, zusammen.

Der 1. FC Nürnberg setzt im Kampf gegen den Abstieg ebenfalls auf seine Heimstärke und verbuchte beim 3:0-Erfolg über den VfL Wolfsburg drei wichtige Zähler. Konkurrent FC St. Pauli verpasste dagegen trotz einer 2:1-Führung beim TSV München 1860 einen Schritt nach vorn. Mann des Tages war der eingewechselte "Löwen"-Stürmer Martin Max, der mit einem Hattrick innerhalb von 13 Minuten den 4:2-Sieg sicherte. "Reinkommen und drei Tore schießen ist natürlich ein Traum", befand der 33-Jährige.

Ein kleiner Traum erfüllte sich auch für Frank Rost: Dem Keeper von Werder Bremen gelang beim 4:3 gegen Hansa Rostock in der 89. Minute ein Feldtor zum Ausgleich, Sekunden später traf Ailton per Foulelfmeter zum nicht mehr erwarteten Sieg der Hanseaten.

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