Tochter der Fluggesellschaft schärft Profil als externer Dienstleister
Lufthansa Systems macht IT für Coba-Töchter

Die zur Commerzbank gehörende Fonds-Tochter Cominvest Asset Management und deren Internet-Plattform Ebase lagern wesentliche Teile ihrer Informationstechnologie an die IT-Tochter der Lufthansa aus. Damit will die Cominvest langfristig 15 Prozent ihrer Kosten für die IT-Administration einsparen.

rtr FRANKFURT. "Die Informationstechnologie ist für uns keine Kernkompetenz. Deswegen streben wir eine langfristige Partnerschaft mit Lufthansa Systems an", erklärte Volker Doberanzke, der bei Cominvest das operative Geschäft verantwortet, die IT-Auslagerung am Montag in Frankfurt und bestätigte damit einen Reuters-Bericht vom Wochenende. Die Auslagerung umfasse sämtliche Leistungen der IT-Verwaltung von Ebase (European Bank for Fund Services) in München sowie der Münchner Cominvest-Zweigniederlassung. Dazu gehöre etwa die Wartung der Betriebssysteme vom PC bis zum Telefon. Nur die Anwendungsentwicklung bleibe bei Ebase.

Von den rund 190 Ebase-Mitarbeitern würden 21 im Rahmen der Auslagerung von Lufthansa Systems übernommen, hieß es weiter. Der Vertrag sei auf zehn Jahre angelegt. Ebase verwaltet über eine Million Depots mit einem Volumen von rund sieben Milliarden Euro. Das Unternehmen wurde Anfang 2002 von der Cominvest Asset Management GmbH gegründet und hat den Status einer Wertpapierhandelsbank.

Die Lufthansa-Tochter profiliert sich mit dem Geschäft, das im April anläuft, immer mehr als Dienstleister für externe Kunden. "Unser Auftragseingang lag 2003 bei mehr als einer Milliarde Euro, rund ein Drittel kam dabei von außerhalb", sagte Stefan Hansen, Leiter des Geschäftssegmentes Infrastructure Services bei Lufthansa Systems. Das im Lufthansa-Konzern recht kleine Haus rede derzeit mit weiteren Banken über deren Informationstechnologie. "Es könnte sein, dass da in nächster Zeit noch mehr kommt", ergänzte Hansen.

Lufthansa Systems betreut bereits die IT für die DekaBank, die Fondsgesellschaft der Sparkassen. Außerdem ist das Unternehmen IT-Lieferant für den genossenschaftlichen Fondsanbieter Union Investment. Die Commerzbank hat darüber hinaus ihr Notfallrechenzentrum an die Lufthansa-Tochter aus Kelsterbach bei Frankfurt abgegeben. Für 2003 erwarten Branchenexperten, dass die IT-Tochter von Deutschlands größter Fluggesellschaft einen Umsatz von etwa 240 Millionen Euro und dabei eine operative Rendite von mehr als 15 Prozent erzielt hat. 2002 hatte das Unternehmen seinen Umsatz um 50 Prozent auf 190 Millionen Euro gesteigert, nachdem die Erlöse im Jahr zuvor eingebrochen waren.

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