Tochter muss 2005 Gewinne verbuchen
EnBW macht Druck auf Yello

Nach Anlaufverlusten von mehr als einer halben Mrd. Euro hat der Karlsruher Energiekonzern EnBW (Energie Baden-Württemberg AG) seiner Vertriebstochter Yello Strom ein Ultimatum bis 2005 gestellt, um in die Gewinnzone zu kommen. In zwei Jahren müsse Yello schwarze Zahlen schreiben, betonte der EnBW-Vorstandsvorsitzende Utz Claassen am Mittwoch in Düsseldorf.

vwd DÜSSELDORF. Dies sei "eine ausdrückliche Aufforderung" des Konzerns an seine Tochter. Claassen betonte zugleich, er sei zuversichtlich, dass Yello die vorgegebenen Ziele auch erreichen werde. EnBW wolle Yello auch nicht in irgendeiner Art in Frage stellen. Claassen bezifferte die bisherigen Anlaufverluste der in Köln ansässigen Tochter auf "etwas über 500 Mio Euro". Wann diese Summe wieder abgetragen sei, könne derzeit noch nicht gesagt werden. Eine Kritik an diesen Verlusten sei jedoch "nicht gerecht", unterstrich der neue Vorstandsvorsitzende. Es handele sich vielmehr um einen "normalen Vorgang in einem langfristigen Aufbauprozess". Das Unternehmen sei für den EnBW-Konzern auch "eine Art Lebensversicherung für künftiges Wachstum". Sollte Yello die gesteckten Ziele erreichen, könne das Unternehmen durchaus auch einmal Perspektiven im Ausland haben. Der Geschäftsführer der Yello Strom GmbH, Michael Zerr, kündigte an, alle Kostenblöcke in seinem Unternehmen auf den Prüfstand zu stellen. Allerdings machten mehr als die Hälfte der Kosten bei Yello die Durchleitunggebühren aus. Yello hat nach eigenen Angaben seit Monatsbeginn mehr als eine Million Stromkunden und ist damit das sechstgrößte deutsche Stromunternehmen. Mehr Kunden haben demnach lediglich Eon, RWE, EnBW, Vattenfall Europe und die EWE. Yello kann sich den Angaben zufolge mittlerweile auf eine Markenbekanntheit von knapp 97 Prozent stützen.

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