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Tochter von Marsh & Mclennan bekommt nach Spitzer-Klage neuen Chef

Der größte US-Versicherungsmakler Marsh & Mclennan Companies (MMC) hat nach einer weit reichenden Zivilklage des New Yorker Generalstaatsanwalts Eliot Spitzer einen neuen Chef bei seiner mit angeklagten Tochterfirma Marsh Inc. ernannt.

dpa NEW YORK. Der größte US-Versicherungsmakler Marsh & Mclennan Companies (MMC) hat nach einer weit reichenden Zivilklage des New Yorker Generalstaatsanwalts Eliot Spitzer einen neuen Chef bei seiner mit angeklagten Tochterfirma Marsh Inc. ernannt. Spitzer hatte der weltgrößten Versicherungsmakler-Firma am Donnerstag Ausschreibungsmanipulationen und andere illegale Handlungen vorgeworfen.

Neuer Firmenchef und Verwaltungsratsvorsitzender bei Marsh wird Michael G. Cherkasky, der bisher die auf Risiko-Beratung spezialisierte Tochterfirma Marsh Kroll geführt hatte. Der bisherige Marsh-Spitzenmanager Ray J. Groves wird Berater. Dies teilte Marsh & Mclennan am Freitag mit.

Man habe "energische und sofortige Maßnahmen" ergriffen, nachdem man von den Beschuldigungen des Generalstaatsanwalts erfahren habe, erklärte der MMC-Konzernchef Jeffrey W. Greenberg. Marsh setzte auch die von Spitzer in scharfer Form kritisierten so genannten Marketing- Service-Abkommen mit Versicherungsgesellschaften mit sofortiger Wirkung aus.

Spitzer hatte Marsh in der beiim obersten Landesgericht von New York eingereichten Klage vorgeworfen, Zahlungen von Versicherungen entgegen genommen zu haben, um ihnen Geschäfte zukommen zu lassen. Es soll auch fiktive Gebotsverfahren gegeben haben. Geschädigte sind nach Angaben Spitzers vor allem Großunternehmen und andere Kunden.

Die Anwaltsfirma Wolf Haldenstein Adler Freeman & Herz LLP reichte am Freitag bei einem New Yorker Gericht eine Sammelklage für Personen eingereicht, die zwischen dem 15. Oktober 1999 und 14. Oktober 2004 Marsh & Mclennan-Wertpapiere gekauft hatten.

Es geht in der Spitzer-Klage um angebliche jahrelange Zahlungen oder so genannte "Kontingent-Kommissionen" von Versicherungen an Marsh, die über den normalen Verkaufskommissionen gelegen hätten. Im Gegenzug sollen Marsh und seine unabhängigen Makler Geschäfte an die Versicherungen gesteuert und ihnen zugeteilt haben. Marsh soll nach den Klagevorwürfen allein im Jahr 2003 rund 800 Mill. Dollar (650 Mill. Euro) an "Kontingent-Kommissionen" vereinnahmt haben. Die Zivilklage wolle die Steuerung und die Gebotsmanipulationen verhindern. Die unangemessenen Zahlungen sollen wieder abgegeben und Strafentschädigungen gezahlt werden.

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