Tochter wird laut Unternehmensführung von der neuen Struktur des Mutterkonzerns profitieren
Deutsche ABB will Ertrag deutlich steigern

Die deutsche ABB sieht in der neuen Konzernstruktur keine Gefahr für ihre Existenz. Nach einem rückläufigen Gewinn im Jahr 2000 will das Mannheimer Unternehmen wieder höhere Erträge erwirtschaften

koe MANNHEIM. Die deutsche ABB AG hat sich trotz des schwierigen Umfelds etwa im Energiemarkt ehrgeizige Ziele gesetzt. "Wir wollen den Umsatz um 6 % und das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) um 10 % steigern", sagte der Vorstandschef des Elektronikkonzerns Horst Dietz. Dies müsse nach ersten positiven Zahlen des Geschäftsjahres zu machen sein. So sei der Auftragseingang in den ersten zwei Monaten um ein Viertel gestiegen.



Dietz setzt bei seiner günstigen Geschäftsprognose vor allem auf das Auslandsgeschäft. Die Nachfrage im Inland sei dagegen weiterhin schwach, sagte er. Positive Effekte erhofft sich der Vorstandschef zudem von der neuen Konzernstruktur. Jörgen Centerman, Chef der internationalen ABB, will das Unternehmen stärker als bisher auf die Kunden ausrichten. Nicht mehr die Produkte sondern deren Abnehmer sollen künftig die Konzernsparten bestimmen. In der Sparte Versorgungsunternehmen soll den Kunden zum Beispiel ein Komplettpaket mit möglichst vielen ABB-Produkten verkauft werden.



Kritik an der neuen Struktur wies Dietz zurück. "Wir sind in Deutschland am weitesten, was die Umsetzung angeht", sagte er. Bereits heute gäbe es "Key-Account-Manager", die sich um wichtige Großkunden kümmern würden. "Der einzige Unterschied ist, dass sie jetzt noch mehr Kompetenzen erhalten". Im Übrigen sei es falsch, die Pläne von Centerman als Restrukturierung aufzufassen. "Es handelt sich um eine Transformation. Wir stärken den Vertrieb", so Dietz. Nachdem ABB-Chef Centerman die neue Struktur bekannt gegeben hatte, war es bei Investoren zunächst zu Irritationen gekommen. Sie hatten die Pläne als erneuten Richtungswechsel interpretiert, nachdem erst vor gut zwei Jahren ein Umbau zu einem "wissensbasierten Technologiekonzern" eingeleitet worden war.



Mit dem Geschäftsjahr 2000 zufrieden



Die Existenz der deutschen Holding sieht Dietz nicht gefährdet, obwohl ABB Zürich alle anderen Landesgesellschaften bereits aufgelöst hat. Einzige Ausnahme ist die deutsche ABB mit einer eigenen AG als Dachgesellschaft. "Das wird auch so bleiben", gab sich Dietz zuversichtlich. Zwar werde die deutsche ABB-Aktie aus dem Börsenhandel genommen, sobald die gesetzlichen Rahmenbedingungen für eine Zwangsabfindung der außenstehenden Aktionäre geschaffen seien. Zurzeit befinden sich noch 1,8 % der Anteile an der deutschen ABB in Streubesitz. "Aber Deutschland wird weiterhin über eine eigene Holding geführt", glaubt Dietz. Schließlich handeles sich um eine sehr große Landesgesellschaft. Außerdem bringe die Holding Steuervorteile etwa bei Verlustvorträgen.



Mit dem Geschäftsjahr 2000 zeigte sich Dietz zufrieden. Der Umsatz legte um 5 % auf 3,53 Mrd. Euro zu. Ursprünglich hatte ABB einen zweistelligen Zuwachs erwartet. Während der Auslandsumsatz deutlich um 35 % wuchs, sanken die Erlöse im Inland um 7 %. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit fiel von 179 Mill. auf 141 Mill. Euro. Allerdings war der Vorjahreswert durch hohe Sondererträge aus dem Verkauf von Unternehmensteilen geprägt. Das operative Ergebnis legte 2000 von 156 Mill. auf 167 Mill. Euro zu.

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