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Todesdrohung gegen US-Geisel - Riad bleibt hart

Riad/Washington (dpa) - Die Entführer eines US-Bürgers in Saudi- Arabien haben mit der Tötung ihrer Geisel gedroht, falls das Königshaus nicht bis zu diesem Freitag alle inhaftierten «Gotteskrieger» freilässt.

Riad/Washington (dpa) - Die Entführer eines US-Bürgers in Saudi- Arabien haben mit der Tötung ihrer Geisel gedroht, falls das Königshaus nicht bis zu diesem Freitag alle inhaftierten «Gotteskrieger» freilässt.

Die saudische Regierung wies die Forderung zurück. «Wir verhandeln nicht mit Terroristen und Entführern», sagte der außenpolitische Berater der saudiarabischen Regierung, Adel el Dschubair, in der Nacht zum Mittwoch dem US-Sender CNN.

Ein Video mit dem Amerikaner Paul Johnson war am Dienstag auf einer Islamisten-Internetseite veröffentlicht worden. Es zeigt den entführten Mann, der offensichtlich in schlechter Verfassung ist, mit verbundenen Augen. In dem Video ist auch ein Bewaffneter zu sehen, der sich selbst als Abdelasis Issa el Mukrin, Chef des Terrornetzwerks El Kaida auf der arabischen Halbinsel, ausgibt.

In der im Internet veröffentlichten Erklärung wird die Führung in Riad aufgefordert, alle Gefolgsleute der Terroristen aus den Gefängnissen in Hair, El Ruwais und Alischa zu entlassen. Außerdem müssten alle «Ungläubigen» die arabische Halbinsel binnen 72 Stunden verlassen. Geschehe dies nicht, werde Johnson getötet. Die Erklärung in arabischer Sprache ist mit «El Kaida auf der Arabischen Halbinsel» unterzeichnet. Eine Überprüfung ihrer Echtheit gibt es bislang nicht.

Der 49-jährige Ingenieur, der für den US- Rüstungskonzern Lockheed Martin in Saudi-Arabien arbeitet, war am Samstag entführt worden. Am gleichen Tag wurde ein zweiter US-Bürger in Riad erschossen. Am Dienstag hatte die Polizei in Nord-Riad zwei mutmaßliche Terroristen festgenommen. Über einen Zusammenhang zwischen der Festnahme und der Geiselnahme ist bisher nichts bekannt.

Der saudiarabische Kronprinz Abdullah appellierte unterdessen bei einem Treffen mit Intellektuellen an seine Landsleute, sich den Terroristen mutig entgegen zu stellen. Sie (die Terroristen) haben erst behauptet, es ginge nur um die Ausländer, ... doch die Ausländer stehen unter dem Schutz des saudiarabischen Volkes... außerdem greifen sie nun auch Sicherheitskräfte an, die zu den Söhnen unseres Volkes gehören», erklärte der Kronprinz.

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