Tödlich verünglückter Fahrer wurde abgebildet
Presserat rügt „Bild“-Zeitung zwei Mal

Zwei Rügen gegen die "Bild"-Zeitung hat der Deutsche Presserat ausgesprochen. Wie das Selbstkontrollgremium der gedruckten Medien am Mittwoch mitteilte, beanstandete der Beschwerdeausschuss in einem Fall eine vorverurteilende Berichterstattung über einen Tatverdächtigen.

HB/dpa BONN. In dem anderen Fall hatte die Zeitung nach dem jüngsten Busunglück in Ungarn den tödlich verunglückten Fahrer so abgebildet, dass er identifizierbar war. Dazu wurden mit der Überschrift "Er lenkte den Todes-Bus" Vorname, abgekürzter Nachname und Alter des Fahrers genannt.

Der Beschwerdeausschuss sieht eine schwere Verletzung von Richtlinie 8.1 des Pressekodex, in dem festgehalten wird, dass die Nennung der Namen und die Abbildung von Opfern und Tätern bei Unglücken und Straftaten "in der Regel nicht gerechtfertigt" sind. Im konkreten Fall gab es nach Auffassung des Beschwerdeausschusses kein öffentliches Informationsbedürfnis für eine identifizierbare Darstellung des Busfahrers, das die schutzwürdigen Belange des Betroffenen und seiner Angehörigen überlagert hätte.

In seiner Sitzung am Dienstag in Bonn befasste sich der Ausschuss mit 26 Beschwerden. Außer den beiden Rügen wurden fünf Missbilligungen und sechs Hinweis ausgesprochen. Zwölf Beschwerden wurden als unbegründet zurückgewiesen, eine Beschwere konnte nicht hinreichend aufgeklärt werden.

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