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Tokios Börse stürzt auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren

Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte sackte unter die psychologisch wichtige Marke von 13 000 Punkten. Zentralbank senkt Leitzinsen

dpa TOKIO. Die asiatische Leitbörse in Tokio ist am Mittwoch nach der negativen Vorgabe der US-Technologiebörse NASDAQ und schlechten Daten zur japanischen Wirtschaft auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren gefallen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte sackte unter die psychologisch wichtige Marke von 13 000 Punkten. Zum Handelsschluss notierte das fernöstliche Kursbarometer ein Minus von 176,32 Punkten oder 1,4 % bei 12 883,54 Punkten.

Das ist der niedrigste Schlussstand seit dem 9. Oktober 1998. Zwischenzeitlich war der Nikkei-Index sogar bis auf 12 784,17 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Zerplatzen der "Luftblasenwirtschaft" Ende der 80er Jahre gestürzt. Am Vortag hatte in New York der technologielastige NASDAQ-Index auf dem tiefsten Stand seit 26 Monaten geschlossen, nachdem ein führender Broker die Ertragsaussichten für rund 40 High-Tech-Firmen nach unten revidiert hatte. Kurz bevor Tokios Börsianer dann am Mittwoch in den Handel gingen, mussten sie gleich noch einen weiteren Dämpfer einstecken.

Die Regierung in Tokio teilte mit, dass die japanische Industrieproduktion im Januar um saisonbereinigte 3,9 % und damit von den meisten Marktteilnehmern unerwartet stark gesunken war. In Reaktion auf diesen Doppelschlag startete der Nikkei-Index unter der kritischen Marke von 13 000 Punkten und beschleunigte seine Talfahrt am Nachmittag noch. Zwischenzeitlich büßte der Index fast 300 Punkte ein, bevor er kurz vor Handelsschluss wieder etwas Unterstützung fand. Die, die ursprünglich Schnäppchen kaufen wollten, hätten sich zurückgehalten, da sie mit weiteren Abschlägen rechnen, erklärte Hiroshi Nishi von Nikko Securities der Agentur Jiji Press.

Investoren hätten sich zudem in Erwartung des Ausgangs der Sitzung der japanischen Zentralbank zurückgehalten, sagte ein Wertpapierexperte. Offensichtlich wollten die Marktteilnehmer die Bank von Japan zu einer weiteren Lockerung der Geldpolitik drängen, sagte Kazunori Jinnai von Daiwa Securities gegenüber der Agentur Kyodo. Dazu kam es dann auch: Nach Börsenschluss gab die Bank von Japan bekannt, dass die Leitzinsen erneut gesenkt werden. Der Tagesgeldsatz wird mit Wirkung zum Donnerstag um 0,10 %punkt auf 0,15 % und der eher symbolische Diskontsatz um weitere 0,10 %punkt auf ein Rekordtief von 0,25 % zurückgeführt.

Die Erholung der japanischen Wirtschaft habe sich weiter verlangsamt. Zudem gebe es erneute Sorgen wegen des Preisdrucks, hieß es. Unter dem Eindruck der schlechten Wirtschaftslage in Japan und der negativen Vorgabe der Wall Street hatten denn auch zuvor an der Aktienbörse Technologieaktien auf breiter Front an Boden verloren. Toshiba, NEC und Matsushita Communication Industrial sackten auf neue Tiefstände für dieses Jahr. Umsatzzugpferd war Nippon Steel, deren Titel um fünf auf 214 Yen zulegen konnten. 891 Verlierer standen an der ersten Börsensektion 411 Gewinnern gegenüber, 133 Titel notierten unverändert bei einem Handelsvolumen von 907 Mill. Aktien.

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