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Tolerante Investoren sind bei Palm und Handspring gut aufgehoben

Weder die konjunkturelle Schwäche, noch die nachlassenden Verbraucherausgaben erschweren den nützlichen Kleincomputern das Leben. Die Nachfrage für Palm - und Handspring-Produkte im Januar und Februar verläuft robust.

Weder die konjunkturelle Schwäche, noch die nachlassenden Verbraucherausgaben erschweren den nützlichen Kleincomputern das Leben. "Gemäß dem Einzelhandel scheint die Nachfrage für Palm - und Handspring-Produkte im Januar und Februar robust zu verlaufen", so Andrew Neff von Bear Stearns.

In einer Umfrage berichteten 92 % der befragten Einzelhändler von Verkaufszahlen im Rahmen oder über den Erwartungen. Nahezu 40 % bestätigten unerwartet robuste Absatzzahlen. Lieferschwierigkeiten bei Palm, ein in der Vergangenheit immer wieder auftretendes Problem, haben erheblich nachgelassen. Lediglich 8% der Händler bemängelten zu niedrige Lagerbestände für die Palm VIIx und Palm Vx Modelle.



Ausweitung der Zusammenarbeit mit Fertigungsunternehmen

Um auch zukünftige Engpässe zu vermeiden und den Marktanteil von rund 72 % reibungslos auszuweiten, werde Palm die Zusammenarbeit mit Fertigungsunternehmen in Asien ausweiten, betonte Vorstand Carl Yankowski zu Wochenanfang bei dem Goldman Sachs Symposium in Palm Springs. "Um das Marktpotential ausschöpfen zu können und die Sparte aggressiv voranzutreiben, muß Palm eine angemessene Verfügbarkeit von Komponenten sicherstellen", so Michael Parekh von Goldman Sachs.

Bei Bekanntgabe der letzten Quartalszahlen hob das Management vor allem den Mangel an LCD Chip Sets hervor. Umfragen von Goldman Sachs zeigen jedoch, dass sich die Lieferanten, wie Windbond, zunehmend auf das Nachfrageumfeld einstellen. "Palms Management bemüht sich den Markennamen und die Technologie so auszurichten, dass die verschiedensten Märkte und Bedürfnisse abgedeckt werden können", zieht Parekh Bilanz.

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Im mobilen Internet verfügte Palm Ende Dezember mit über 10,9 Millionen ausgelieferten Geräten über die grösste installierte Plattform. Wie bedeutend die Marktstellung des Palm Betriebssystems ist, lässt sich auch an einem anderen Indikator messen: Weltweit arbeiten über 135 000 Programmierer an Software-Applikationen, die auf dem Betriebssystem basieren. "Palm profitiert von dem zunehmenden Trend zum mobilen Computing und ist ein Muß in jedem Depot", rät auch Gillian Munson von Morgan Stanley. Das Unternehmen will Palm Kunden auf drei Wegen den mobilen Zugang zum Internet anbieten: Ein Gerät mit integrierter Mobilfunktechnologie; ein portables Aufladegerät mit integrierter Funktechnologie oder der Internetzugang über ein externes Funktelefon.



Investoren mit Toleranz für Schwankungsfreudigkeit

Investoren, die ausreichend Toleranz für die Schwankungsfreudigkeit von Technologiewerten mitbringen, sind bei Palm gut aufgehoben. "Basierend auf einem Kurs-/Umsatzverhältnis von 16,5 sind Aktienkurse von 70$ durchaus vorstellbar", so Munson weiter. Kollege Andrew Neff von Bear Stearns setzt das Kursziel nicht ganz so hoch an, sieht aber dennoch ein Potential bis auf 45$. Gemessen an der Bewertung der Software- und Applikationssparte, sei dieses Ziel realistisch.

Für nur haltenswert hält Neff die Aktien des Konkurrenten Handspring. Mit einer Marktkapitalisierung von 44,3 Mrd.$ ist aber das Verhältnis von Chance zu Risiko nicht sonderlich attraktiv. "Die Aktie hat auf Sicht von 12 Monaten ein Potential von 33 bis 38$", vermutet Neff. Dass das Potential begrenzt sein könnte, signalisieren auch die zahlreichen Aktienverkäufe von Insidern.

Neben dem Finanzvorstand Bernard Whitney, der im Januar 200 000 Aktien verkaufte, trennten sich drei weitere Mitglieder des Managements von insgesamt 500 000 Aktien. Abgesehen von der hohen Bewertung und rein fundamental betrachtet, macht das Unternehmen große Fortschritte. Die Bemühungen des Managements den Bekanntheitsgrad der Produkte auszuweiten, zahlen sich aus. Die Akzeptanz bei den Verbrauchern hat deutlich zugenommen.

"Durch neue Kooperationen mit Voicestream, VisorPhone und Powertel wurden die Distributionskanäle deutlich verbessert", meint Marc Cabi von der Credit Suisse. Cabi geht davon aus, dass mit Hilfe dieser Maßnahmen das angepeilte Wachstum von 111 % im Fiskaljahr 2001 erreicht werden kann. Ob Handspring zum ernsthaften Wettbewerber von Palm aufsteigen wird, scheint dennoch fraglich. Da Handspring das Palm Betriebssystem lizenziert hat, schlägt sich jeder Handspring Umsatz auch bei Palm positiv zu Buche.



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