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Toleranz-Preis des Jüdischen Museums für Rau

Altbundespräsident Johannes Rau ist am Sonnabend mit dem Toleranz-Preis des Jüdischen Museums Berlin ausgezeichnet worden. In seiner Laudatio würdigte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) Rau als Mahner für ein friedliches Zusammenleben von Deutschen und Ausländern.

dpa BERLIN. Altbundespräsident Johannes Rau ist am Sonnabend mit dem Toleranz-Preis des Jüdischen Museums Berlin ausgezeichnet worden. In seiner Laudatio würdigte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) Rau als Mahner für ein friedliches Zusammenleben von Deutschen und Ausländern.

Für den erkrankten Altbundespräsidenten nahm seine Ehefrau Christina den Preis entgegen. Ausgezeichnet wurde auch der Unternehmer Michael Otto. Der undotierte "Preis für Verständigung und Toleranz" des Jüdischen Museums wurde zum dritten Mal verliehen.

An der Preisverleihung nahmen rund 300 Förderer und Unterstützer des Museums sowie Politiker und Wirtschaftsvertreter teil. Dazu zählten Bundespräsident Horst Köhler sowie Bundesminister und Diplomaten. In seiner Laudatio für Otto würdigte der CDU-Politiker Kurt Biedenkopf die Verdienste des Unternehmers für eine umweltbewusste und auf Toleranz gegründete Unternehmenskultur.

Schröder sagte, Rau habe als erstes deutsches Staatsoberhaupt im Februar 2000 vor dem israelischen Parlament gesprochen und um Vergebung für die Verbrechen des Holocaust gebeten. Rau habe stets betont, dass das Bekenntnis zum Existenzrecht Israels in sicheren Grenzen ein Grundpfeiler deutscher Außenpolitik sei.

Angesichts der Anschläge von Extremisten in den Niederlanden könne die Demokratie "weder rechtsfreie Räume noch Parallelgesellschaften dulden", sagte Schröder weiter. Toleranz könne es in der Demokratie auch "nur innerhalb klar definierter Grenzen geben".

Die "Vielfalt der Kulturen in unseren Gesellschaften" lasse sich nicht zurückdrehen, und das sei auch nicht wünschenswert, sagte Schröder weiter. Doch keine Kultur dürfe sich "aus dem gesellschaftlichen Gefüge herauslösen". Auf dem Integrationswillen der Zuwanderer müsse man "bestehen". Dazu gehöre "zuallererst" die Bereitschaft zum Erwerben von Sprachkompetenz. "Die vielen Muslime, die bei uns leben und leben wollen, dürfen nicht teilnahmslos beiseite stehen", sagte Schröder.

Der Toleranz-Preis wurde erstmals 2002 vergeben. Bisher wurden die Industriellen Berthold Beitz und Heinrich von Pierer, Bundesinnenminister Otto Schily und die Verlegerin Friede Springer ausgezeichnet. Mit jährlich mehr als 700 000 Besuchern ist das Jüdische Museum eines der meist besuchten in Deutschland.

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