Tonya Harding muss ins Gefängnis
"Eis-Hexe" wieder straffällig

Die amerikanische Eiskunstläuferin Tonya Harding muss wieder ins Gefängnis. Das Bezirksgericht in Camas im US- Bundesstaat Washington verurteilte die 31-Jährige am Donnerstag wegen eines Verkehrsunfalls unter Alkoholeinfluss zu einer 30-tägigen Haftstrafe.

HB/dpa CAMAS. Zehn Tage muss sie absitzen. Die restliche Zeit wurde ihr Erlassen, da sie an einem 12-stündigen Rehabilitations-Programm für in "Schwierigkeiten geratene junge Erwachsene" teilnimmt. Außerdem muss sie eine Entziehungskur machen.

"Ich bin dem Richter dankbar, dass er mir diese Möglichkeit gab. Ich habe herausgefunden, was mein Problem ist. Es ist der Alkohol. Ich werde jetzt einiges in meinem Leben ändern", versprach Tonya Harding nach dem Urteilsspruch. Ihre Gefängnisstrafe muss sie am 20. August antreten. Ihr Rechtsanwalt bat um Isolationshaft.

Mit 0,16 Promille in den Straßengraben

Der Unfall hatte sich im April ereignet, einen Monat vor Ablauf ihrer zweijährigen Bewährungsstrafe wegen Körperverletzung. Harding war mit ihrem Auto ins Schleudern geraten und in einen Straßengraben gefahren. Beim Blutalkoholtest wurden 0,16 Promille gemessen. Damit lag sie über dem Doppelten des im Staat Washington erlaubten Limits.

Nachdem sie vor gut zwei Jahren ihren Freund mit einer Radkappe geschlagen hatte, war Harding im Mai 2000 vom gleichen Gericht zu drei Tagen Gefängnis, 822 Dollar Geldstrafe, zehn Tage gemeinnütziger Arbeit sowie zwei Jahren Bewährung verurteilt worden. Während dieser Zeit wurde es ihr verboten, Alkohol zu trinken.

Bei den Amateuren lebenslang gesperrt

Wegen ihrer Beteiligung am "Skategate" wurde Harding vor acht Jahren mit einer Geldstrafe von 160 000 Dollar und 500 Stunden Sozialarbeit belegt. Bei den nationalen Titelkämpfen am 6. Januar 1994 in Detroit hatte sie mit ihrer Clique versucht, ihre ärgste Rivalin Nancy Kerrigan durch einen Schlag aufs Knie mit einer Eisenstange für die Olympischen Winterspiele in Lillehammer auszuschalten. Nach ihrem Start bei den Winterspielen 1994 wurde sie vom amerikanischen Eiskunstlauf-Amateur-Verband lebenslang gesperrt.

Da der Verband keinen Einfluss auf die Profis hat, konnte die Landesmeisterin von 1991 und 1994 nach fünfjähriger Zwangspause am 19. Oktober 1999 wieder als Wettkämpferin auf das Eis zurückkehren. Bei den nationalen Profi-Titelkämpfen wurde sie daraufhin Zweite.

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