Top-10-Produkte
Die zehn Top-Newcomer 2003

Was hat Deutschlands Verbraucher 2003 elektrisiert? Was waren die Renner im Handel, was die überraschenden Innovationen?

HB/cs DÜSSELDORF. Das Handelsblatt präsentiert die Liste der Top-10-Produkte des zurückliegenden Jahres:

1. Michael Moores bissiges Buch "Stupid White Men" gilt seit Wochen als Bestseller in Deutschland. Im Fadenkreuz des Autors: US-Präsident George W. Bush und dessen Kriegspolitik im Irak. Das Werk, das der amerikanische Schriftstellers und Regisseur am 14. November hier zu Lande präsentierte, stellt inzwischen sogar den Erfolg von Harry Potters Teil 5 in den Schatten.

2. Porsches "Cayenne" ist - zumindest unter Profit-Gesichtspunkten - bei den Automobilen der Renner des Jahres 2003. Die Verkaufszahlen liegen in Europa über Plan, in den USA erst recht. Trotz des Rückgangs bei den Sportwagenmodellen kann der Zuffenhausener Nobelhersteller dank des Cayenne voraussichtlich wieder ein neues Rekordjahr verbuchen. Für Porsche bedeutet dies zudem den erfolgreichen Einstieg in ein neues Auto-Segment.

3. Nordic Hiking erregte im deutschen Sporthandel im vergangenen Jahr das größte Aufsehen. Die Sportart, angesiedelt zwischen stillem Wandern und Bergsteigen, verlangt nach einer komplett neuen Ausrüstung. Neben speziellen Schuhen erlebten auch die eigens entwickelten Wanderstöcke eine lebhafte Nachfrage. Die aus Opas Zeiten sind allerdings passé. Wer modisch auf der Höhe ist, braucht zum Wandern Skistöcke, die sich teleskopartig ausfahren lassen.

4. Der Disney-Film "Findet Nemo" bringt dem Handel nach zahlreichen Flops endlich wieder einen echten Merchandising-Knüller. "So etwas hatten wir seit dem König der Löwen nicht mehr", schwärmt ein Verkäufer. Der animierte Kinoheld, ein rot-weiß gestreifter Clownfisch, kostet in der einfachen Plüschversion 13,99 Euro, als "Jumbo" knapp 40 Euro. Zudem haftet das Konterfei inzwischen auch auf Tassen, Griffelmäppcn und Videospielen. Selbst Aquaristik-Verkäufern laufen Nemo-Fans angeblich die Türen ein. Der lebende Fisch kostet zwar nur 20 Euro, doch die Salzwasserhaltung verschlingt etliches.

5. Multimedia-Handys, mit denen man auch digitale Fotos aufnehmen kann, erlebten in diesem Jahr den Durchbruch. Lag ihre Verbreitung 2002 erst bei 0,2 % der Bevölkerung, ist der Wert laut den Marktforschern von Allensbach inzwischen achtmal so hoch. Zum Boom haben die Provider und Netzbetreiber allerdings einiges beigesteuert. Schon jetzt gibt es die so genannten MMS-Handys samt Zweijahres-Vertrag zum Dumpingpreis von einem Euro.

6. Der Hemdenbügler "Dressman" von Siemens, der im Herbst neu in den Handel gekommen ist, hat schon jetzt gute Aussichten auf einen Kultstatus. Das bei Saturn und Electronic Partner verkaufte Gerät erspart es gestressten Managern, Oberhemden in die Wäscherei zu geben oder - schlimmer noch - selbst zu bügeln. Die feuchten Kleidungsstücke werden nach der Wäsche kurzerhand über die aufblasbare Bügelpuppe gestülpt und sind nach wenigen Sekunden anziehfertig. Allein die 1 000 Euro Anschaffungskosten bremsen bislang noch den Run der innovativen Haushaltshilfe.

7. Erstmals erlebten die bislang kaum erschwinglichen Flachbildschirm-Fernseher im vergangenen Jahr eine relevante Nachfrage. Weil die Preise drastisch nachgaben, stiegen die Absatzzahlen beachtlich. Von den LCD- und Plasma-Fernsehern werden 2003 nach Schätzungen der Marktforschungsfirma GfK rund 170 000 Stück verkauft, was einer Verdreifachung des Vorjahresverkaufs entspricht. Der Umsatz wird sich aber voraussichtlich nur auf rund 370 Millionen Euro verdoppeln.

8. Was Nobelkarrossen schon seit längerem zu mehr Sicht verhilft, hielt 2003 Einzug in gewöhnliche Taschenlampen: die LED-Technik. Die Stromsparer sind bei gleicher Leistung dreimal so hell wie traditionelle Glühbirnengeräte und verschleißen deutlich langsamer. Außerdem: Die Halbleiterchips stecken Stöße weitaus besser weg als ihre konventionellen Vorgänger.

9. Die PET-Bierflasche hält Einzug in Deutschlands Discountmärkte. Der Grund: Nur wer als Händler individuelle Einweg-Getränkeverpackungen in Umlauf bringt, muss die Dosen und Flaschen der Konkurrenz nicht gegen einen Pfandbetrag zurücknehmen. Statt der üblichen Dosen räumen Aldi und Co. deshalb seit Oktober unterschiedlich gestaltete Kunststoffflaschen in die Regale. Die Holsten Brauerei wird bis zum Jahresende bereits 250 000 Hektoliter in die neuen Gebinde abgefüllt haben. Im nächsten Jahr werden die Hamburger zwei weitere Abfüllanlagen in Betrieb nehmen.

10. Alcopops wie "Bacardi Rigo" oder "Smirnoff Ice" haben im zurückliegenden Jahr einen Absatz- und Umsatzrekord aufgestellt. Allein im ersten Halbjahr legte der Umsatz mit Alcopops im Lebensmitteleinzelhandel um 370 % auf 52 Mill. Euro zu. Die Erfolgsstory könnte jedoch bald einen Knick zu bekommen. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk, fordert seit kurzem eine Strafsteuer auf diese Getränke, weil sich verbotenerweise immer mehr Jugendliche mit Alcopops einen Rausch antrinken.

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