Top-down-Methode, Einzelauswahl oder Bottom-up-Ansatz?: Alles eine Frage des Stils

Top-down-Methode, Einzelauswahl oder Bottom-up-Ansatz?
Alles eine Frage des Stils

Für das Ergebnis eines Aktienfonds ist nicht nur die Auswahl der richtigen Titel entscheidend. Fondsanleger sollten vor allem auf den Investmentstil achten, den der jeweilige Geldverwalter pflegt.

Aktienfondsmanager sind wirklich nicht zu beneiden. In der Baisse der vergangenen Monate wurde ihnen oft genug vorgehalten, dass sie die Zeichen der Zeit nicht erkannt und viel zu spät die Notbremse gezogen haben. Jetzt, nachdem Dax, Dow Jones & Co. seit Herbst vergangenen Jahres zur Aufholjagd ansetzen, mäkeln Kunden und Experten, dass die Profis die Rally verpassen.

Gerade in dieser Situation sind Anleger gut damit beraten, vor dem Kauf einen Blick auf den Investmentstil des Fondsmanagers zu werfen, bevor sie zugreifen. "Einige Fonds sind immer so hoch wie möglich investiert", erläutert Iris Albrecht, Mitglied des Vorstands der Fonds AG. -Kapital "Der jeweilige Verwalter verfolgt dann die Philosophie, dass nicht er, sondern der Anleger selbst oder sein Berater die Cash-Quote seines persönlichen Depots managen sollte", erklärt sie. Wer solche Fonds kauft, hat die Gewissheit, wirklich Aktien und nicht de facto einen Mischfonds mit hohem Bargeldbestand im Depot zu haben. Dafür macht er das Auf und Ab am Aktienmarkt voll mit.

Die meisten Manager versuchen jedoch, ihren Investitionsgrad laufend an die aktuelle Börsensituation anzupassen. Ihr Ziel: Wenn der Markt runtergeht, fahren sie die Cash-Quote rauf, so dass der Fonds nicht so stark unter den Kurseinbrüchen leidet. In Aufwärtsphasen steigen sie dann wieder voll ein. Doch damit die Methode wirklich gut funktioniert, ist ein dauerhaft gutes Timing notwendig - und genau daran hapert es oft. "Die größte Gefahr des aktiven Ansatzes besteht darin, dass man nach einer einzelnen statischen Größe disponiert", erläutert Martin Weinrauter.

Ein aktives Investitionsquotenmanagement auf mehreren Zeitebenen ist denn auch die Spezialität von Weinrauter und seinem Partner Thomas Grohmann. Die beiden haben das Kunststück fertig gebracht, mit dem MMWI-Daxtrend-Fonds (WKN 976544), für den sie ein Beratungsmandat haben, den Dax nicht nur im Jahr 2001 (Fondsperformance minus 4,9 Prozent gegenüber minus 19,8 Prozent beim Dax), sondern auch seit der Auflage 1997 outzuperformen. Gleichzeitig weist der Fonds ein um 20 bis 30 Prozent geringeres Schwankungsrisiko auf.

Das Erfolgsgeheimnis der Fondsberater: "Wir lesen keine Zeitungen und stellen keine Prognosen, sondern haben ein dynamisches Modell entwickelt, dass sich ausschließlich mit den unterschiedlichen Markttrends beschäftigt", erläutert Grohmann. "Der Neue Markt ist das beste Beispiel dafür, dass es, wenn sich ein Markt im freien Fall befindet, nichts nützt, vorher jedes einzelnen Unternehmen auch noch so gut unter die Lupe zu nehmen." Konsequenterweise hält sich das Duo nicht mit der Einzelanalyse auf, sondern kauft und verkauft den ganzen Markt über Terminkontrakte.

Damit wird ein weiterer Unterschied im Investmentstil deutlich. Während eine Reihe von Managern wie Grohmann und Weinrauter die Top-down-Methode bevorzugen, setzen andere auf die Einzelauswahl, den so genannten Bottom-up-Ansatz. Letzterer birgt die Gefahr, dass der Anleger längere Durststrecken durchmacht, wenn die Trends an den Aktienmärkten in die andere Richtung laufen - so wie Ende der 90er-Jahre, als die Fonds, die auf Substanzwerte setzen, in den Ranglisten unter ferner liefen rangierten. Die Renaissance dieser Aktien zeigt allerdings, wie wichtig es ist, dass der Fondsmanager seinem Stil treu bleibt - so wie etwa bei der Fondsgesellschaft Templeton, die unbeirrt an ihrem Ansatz festhält, nach unterbewerteten Titeln zu suchen.

Für den Privatanleger ist es dabei kaum möglich, einen still und heimlich von der Fondsgesellschaft vorgenommenen Strategiewechsel mitzubekommen. Professionelle Fondsberater und-vermittler haben es da besser. Sie bekommen von den Fondsgesellschaften nicht nur detaillierte Informationen, etwa direkten Zugang zum Fondsmanager, sondern haben auch die Möglichkeit, die Depotzusammensetzung einer gewissen Zahl von Fonds laufend zu beobachten. Auf diese Weise fallen Veränderungen am ehesten auf.

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