Top-Favorit Eberharter nur Dritter
Österreicher Strobl holt Abfahrts-Gold

Fritz Strobl hat sich beim sonnigen Abfahrts-Festival in den Rocky Mountains zum Ski-König gekrönt und den Österreichern den heiß ersehnten Olympia-Triumph beschert.

dpa SALT LAKE CITY. Anstatt des haushohen Favoriten Stephan Eberharter gewann der zweimalige Kitzbühel-Sieger aus Kärnten am Sonntag bei den Winterspielen in Salt Lake City Gold in der alpinen Paradedisziplin. Damit durfte die Ski-Nation Österreich zum ersten Mal seit dem Erfolg von Patrick Ortlieb vor zehn Jahren in Albertville wieder Abfahrts- Gold bei den Herren bejubeln.

Bei Kaiserwetter gewann der 29-jährige Strobl auf der "Grizzly"- Piste in Snowbasin mit einer souveränen Vorstellung und der Gesamtzeit von 1:39,13 Minuten vor dem Norweger Lasse Kjus (1:39,35) und Eberharter (1:39,41). Routinier Kjus, der auch in Nagano schon Silber geholt hatte, verhinderte den auf Grund der Weltcup-Ergebnisse von vielen Experten erwarteten Dreifach-Triumph der Österreicher.

Der deutsche Solist Max Rauffer (Leitzachtal) beendete seinen ersten Olympia-Auftritt erwartungsgemäß nicht unter den besten 30. Fritz Strobl hatte in seiner Karriere lange auf den ersehnten Medaillen-Lohn warten müssen. Noch nie stand der immer freundliche Mann aus Steinfeld bei einem Großereignis auf dem Treppchen. 1997 hatte er als Vierter WM-Bronze knapp verpasst. Umso mehr freute sich der zweifache Familienvater im Zielraum von Snowbasin, als er auf die Anzeigetafel schaute und die Bestzeit sah.

Stephan Eberharter, der Dominator des bisherigen Weltcup-Winters, durfte seine ungewöhnliche Karriere entgegen der Erwartungen in seiner Heimat nicht mit Gold krönen. Der Tiroler hätte mit einem Olympiasieg endgültig aus dem Schatten des verletzten Superstars Hermann Maier treten können. Dennoch hat er bei den Winterspielen in den USA noch großartige Chancen. Der Doppel-Weltmeister von 1991 zählt nach Siegen im Super-G und im Riesenslalom auch in diesen beiden Disziplinen zu den Favoriten.

Rauffer (1:42,52) war auf der technisch anspruchsvollen, 3016 Meter langen Piste über drei Sekunden langsamer als der Sieger und blieb im Bereich seiner Möglichkeiten. "Im Moment fühle ich mich im Super-G wohler", sagte der 29-jährige Sportsoldat.

Die Hoffnungen im Deutschen Skiverband (DSV) ruhen ohnehin auf den Damen: In der Abfahrt am Montag auf der "Wildflower"-Piste will Hilde Gerg in die Fußstapfen von Heidi Biebl, Rosi Mittermaier, Marina Kiehl und Katja Seizinger treten und mit einem Sieg einen historischen Hattrick perfekt machen. Nach den Seizinger-Siegen von Lillehammer und Nagano winkt den deutschen Ski-Damen erstmals in der Geschichte der Winterspiele der dritte Abfahrtssieg in Folge.

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