Top-Manager beurteilen Standort Deutschland deutlich schlechter als im Jahr 2000
Handelsblatt Business-Monitor: Stimmung in der Wirtschaft trübt sich ein

kin/wmu DÜSSELDORF. Die rot-grüne Bundesregierung hat während der vergangenen beiden Monate in der deutschen Wirtschaft beträchtlich an Vertrauen verloren. Dies geht aus der repräsentativen Befragung der deutschen Top-Manager im Rahmen des Handelsblatt Business-Monitors im Februar hervor.

Danach beurteilten die Führungskräfte den Standort Deutschland im Februar 2001 deutlich schlechter als noch im Dezember 2000: Nur noch 28 % erwarten in den kommenden zwölf Monaten eine Verbesserung der Standortbedingungen, so wenig wie zuletzt im Dezember 1999. Zugleich fürchten 31 % schlechtere Standortbedingungen, damit sind die Pessimisten - ebenfalls erstmals seit Ende 1999 - in der Mehrheit. Bei der Umfrage im Dezember 2000 hatten noch 40 %, im September gar 58 % mit besseren Bedingungen gerechnet.

Der Stimmungseinbruch dürfte in erster Linie auf den wirtschaftspolitischen Kurswechsel der Bundesregierung zurückführen sein, da die Frage nach den Standortbedingungen auf die politischen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft abzielt. Die Umfrage fand kurz nach der Verabschiedung der Rentenreform im Bundestag und unmittelbar vor den Kabinettsberatungen zur Novellierung des Betriebsverfassungesgesetzes statt. Bislang schlägt sich der Unmut der Wirtschaft aber noch kaum auf deren Investitionsbereitschaft nieder: Das Investitionsklima hat sich - ebenso wie das Beschäftigungsklima - im Februar nur leicht eingetrübt.

Mit dieser negativeren Standorteinschätzung geht eine erneut kritischere Beurteilung der Arbeit der rot-grünen Bundesregierung einher. Eine deutliche Mehrheit der Top-Manager (75 %) geht von weiteren Ministerrücktritten noch in dieser Legislaturperiode aus. Die Union kann davon nicht profitieren: Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel und Unionsfraktionschef Friedrich Merz müssen herbe Image-Verluste im Urteil der Wirtschaftselite hinnehmen. Im Aufwind sieht sich dagegen die FDP.

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