„Top-Marken halten ihre Position“
Unilever setzt auf starke Marken

Der Lebensmittel- und Kosmetikkonzern Unilever will sich mit starken Marken wie Rama, Langnese und Rexona gegen billige Handelsprodukte stemmen. Diese Fokussierung und der Verkauf von Randsortimenten führten 2002 zu einer Steigerung der Umsatzrendite um einen Prozentpunkt auf 13 %, wie der Vorsitzende der Geschäftsführung der Unilever Deutschland GmbH, Johann Lindenberg, am Dienstag in Hamburg berichtete.

HB/dpa HAMBURG. Der Umsatz blieb 2002 auf vergleichbarer Basis mit 3,1 Mrd. ? konstant, durch Verkäufe ging er um 3,0 % zurück. 82 % des Unilever-Umsatzes in Deutschland entfällt auf den Bereich Lebensmittel mit Marken wie becel, Knorr und Bertolli. Der operative Gewinn stieg um 5,5 % auf 403 Mill. ?. Beide Geschäftszahlen sollen in 2003 im "einstelligen Bereich" zulegen.

"Wir sind sicher, dass der Trend hin zu den Billigprodukten kein endloser Siegeszug wird", sagte Lindenberg zu den Preisschlachten im Handel. Mit den Discountern boomten die Handelsmarken (No Names), deren Marktanteil laut Lindenberg in den vergangenen 18 Monaten über alle Sortimente von 23 auf 26 % stieg. "Nirgendwo sonst in Westeuropa sind Lebensmittel so billig wie in Deutschland."

Einen Sprung der Handelsmarken über 30 % Anteil hält der Unilever-Chef in Bereichen für möglich, wo Konsumenten ein geringes Risiko sähen, beispielsweise bei Toilettenpapier. Bei "Prestige"- Produkten wie Kosmetika sei die Kaufbereitschaft von No Name-Ware eher gering. Der Manager verwies darauf, dass der Trend zu Billigangeboten nicht der Sicherheit und Qualität diene. Markenartikler brächten Innovationen und Qualitätsvorsprung.

Als Opfer der Preiskämpfe sieht Lindenberg das mittlere Markensegment. "Top-Marken halten ihre Position." Daher werden die 60 in Deutschland von Unilever geführten Marken in ihrer Zahl bis Ende 2004 halbiert. Dabei komme es zu Zusammenlegungen und Verkäufen, sagte Lindenberg. Die Werbeausgaben, die 2002 um 18 % auf brutto fast 340 Mill. ? zulegten, sollen in 2003 einstellig erhöht werden und sich auf die Kernmarken konzentrieren. Unilever Deutschland hatte nach den Verkäufen Ende 2002 rund 9900 Beschäftigte (2001: 11 600), davon rund 1500 am Sitz in Hamburg.

Vor der Jahrespressekonferenz hatte es die üblichen Spekulationen über eine Übernahme des Hamburger Kosmetik-Konkurrenten Beiersdorf durch Unilever gegeben. "Das werde ich mit Sicherheit nicht kommentieren", sagte Lindenberg. "Es ist schade genug, dass diese Spekulationen über Mitarbeiter und Manager bei Beiersdorf hinwegbranden. Das tut dem Geschäft nicht gut.

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