Top-Stürmer weiter auf Wunschliste der Bayern
Rummenigge warnt vor Euphorie und ermahnt den Kapitän

Mit einer starken Führungseinheit, einem neuen Stürmer-Star und ohne Affären will der deutsche Fußball-Rekordmeister FC Bayern München auch international wieder für Furore sorgen. "Unser Fokus ist ganz klar auf die Champions League ausgerichtet", sagte Vorstands-Vorsitzender Karl-Heinz Rummenigge im Bayerischen Fernsehen, warnte bei seinem Ausblick auf die kommende Saison aber vor allzu hohen Erwartungen: "Wir müssen konzentriert und engagiert herangehen, aber viel gelassener und nicht zu euphorisch."

HB/dpa MÜNCHEN. Mit dem Gewinn des 18. deutschen Meistertitels und des DFB-Pokals demonstrierte der FC Bayern seine Ausnahmestellung in Deutschland, das blamable Ausscheiden bereits in der ersten Runde der "Königsklasse" bleibt jedoch unvergessen. "Wir waren im letzten Jahr viel zu euphorisch und zu optimistisch für die Champions League", sagte Rummenigge am Montag im "Blickpunkt Sport", und von der Heimniederlage gegen La Coruna habe man sich nie mehr erholt.

Personell wollen die Bayern für die Champions League gerüstet sein. Nach den Verpflichtungen von Nationalspieler Tobias Rau und dem Argentinier Martin Demichelis steht ein Top-Stürmer auf der Wunschliste. "Wir haben gute Stürmer, aber Spieler wie Alexander Zickler oder Roque Santa Cruz sind oft verletzt, und das können wir uns in der Champions League nicht erlauben", betonte Rummenigge.

Der Bayern-Chef bestätige das Interesse am 19-jährigen Argentinier Calos Alberto Teves (Boca Juniors). Der niederländische Nationalspieler Roy Makaay vom spanischen Erstligisten Deportivo La Coruna und Miroslav Klose vom 1. FC Kaiserslautern werden weiter umworben. Eine zentrale Rolle soll Michael Ballack spielen, der laut Rummenigge erst in der Rückrunde der vergangenen Saison die Erwartungen als Spielmacher erfüllt habe. Eine Steigerung wird von Ze Roberto erwartet, und große Hoffnung setzt Rummenigge auf Sebastian Deisler: "An ihm werden wir sicher viel Freude haben."

Affären wie die um Oliver Kahn und Querelen in der Führungsetage sollen das Erreichen der sportlichen Ziele nicht gefährden. "Oliver soll den Urlaub nutzen, um zu sich selbst zu finden. Er muss die Dinge gelassener sehen", ermahnte Rummenigge den Kapitän, dessen Privatleben seit Wochen für Schlagzeilen sorgt. Kahn habe in der Anfangsphase einen Fehler gemacht, so Rummenigge: "Wenn ich meinen Ferrari in der Maximiliansstraße auf dem Gehsteig parke, provoziere ich. Es ist wichtig, die Medien nicht zu reizen."

Unstimmigkeiten zwischen Präsident Franz Beckenbauer, Manager Uli Hoeneß und Rummenigge soll es in Zukunft nicht mehr geben. Es seien eigentlich nur "Lächerlichkeiten und Kinkerlitzchen" gewesen, meinte der Vorstands-Vorsitzende, "das lag an der fehlenden Kommunikation zwischen uns, aber grundsätzlich haben wir keine Probleme miteinander". Das Führungs-Trio hat sich darauf verständigt, sich zukünftig alle zwei bis vier Wochen zusammenzusetzen.

Beim nächsten Treffen wird man Ottmar Hitzfeld, mit 16 Titel erfolgreichster deutscher Trainer, womöglich eine neuerliche Vertragsverlängerung anbieten. "Er hat in fünf Jahren bei uns sieben Titel geholt, das ist einmalig auf der Welt. Es gibt keinen Grund, so einen Mann auszuwechseln", sagte Rummenigge. Hitzfeld hatte seinen Vertrag erst vor wenigen Wochen bis zur Saison 2005 verlängert.

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