Top-Verdiener ist Vita bei Schering
Viele Unternehmen erhöhen Aufsichtsratsbezüge

Viele Aufsichtsräte der großen deutschen Unternehmen erhalten künftig mehr Geld. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) am Samstag schrieb, stehe die Mehrheit der 30 deutschen Dax-Gesellschaften ausgerechnet in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise vor einer Änderung der Vergütungssysteme, die die Aufsichtsräte zum Teil deutlich begünstige.

HB/dpa FRANKFURT/M. Zwar kämen einige wenige Aufsichtsräte wie die der Commerzbank und des Pharmaproduzenten Altana auch schlechter weg als zuvor. Bei den meisten Unternehmen führten die Neuordnungen aber dazu, dass die Kontrollgremien künftig besser verdienten.

Ein großer Teil der Anhebungen ergebe sich daraus, dass die Dax- Gesellschaften die neuen Grundsätze für gute Unternehmensführung (Corporate-Governance-Kodex) befolgten, die - im Zuge so mancher Skandale um Bilanzmanipulationen und versagende Unternehmenskontrollen - zu einer gerechteren und besser nachvollziehbaren Vergütung der Aufsichtsräte führen solle. Danach werde künftig bei fast zwei Dritteln der Dax-Unternehmen die Arbeit in den Ausschüssen extra bezahlt. Diese Ausschüsse befassen sich zum Beispiel vertieft mit der Erstellung des Jahresabschlusses.

Besonders stark sei der Anstieg bei DaimlerChrysler, Deutsche Börse, Lufthansa und Thyssen-Krupp, berichtete die Zeitung. Bei diesen Unternehmen dürften sich alle Mitglieder über eine spürbare Anhebung der Bezüge freuen. Bei manchen Unternehmen kämen die Vorsitzenden des Aufsichtsrats besonders gut weg. Ferdinand Piëch, Chefkontrolleur bei Volkswagen, erhalte 300 000 Euro. Spitzenreiter dürfte Guiseppe Vita beim Pharmakonzern Schering sein. Dessen Bezüge würden auf 350 000 Euro geschätzt, schrieb die "FAZ".

Für die Aktionäre stellten die Neuregelungen eine zwiespältige Angelegenheit dar, meint die "FAZ". Einerseits müssten sie hinnehmen, dass ihre Interessenvertreter in wirtschaftlich schwierigen Zeiten mehr verdienten. Andererseits werde die Unternehmenskontrolle immer wichtiger, und gute Kontrolleure hätten ihren Preis. Das sähen auch Anlegervertreter wie Ulrich Hocker von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz ähnlich, der aber für eine "sozialverträgliche" Anhebung der Bezüge plädiert.

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