Topclubs müssen sparen
Sportschau vor dem Comeback

Ein Comeback der Sportschau mit Berichten der Fußball-Bundesliga wird immer wahrscheinlicher. Die ARD ist der letzte ernsthafte Interessent für die Rechte im frei empfangbaren Fernsehen, nachdem sich der bisherige Bundesliga-Sender Sat1 die Champions-League-Übertragungen gesichert hat. Sicher ist nach diesem Vertragsabschluss hingegen schon jetzt, dass die deutschen Top-Clubs wie Bayern München in der Königsklasse bis zu 50 % weniger Geld kassieren als bisher.

HB/dpa HANNOVER. Offiziell hält sich der öffentlich-rechtliche Sender zurück, dessen Vertreter mehrfach mit der Rechteagentur Infront Sondierungsgespräche geführt haben. "Es hat sich nichts bewegt", sagte ARD-Sprecher Martin Gartzke am Donnerstag. Die neue Konstellation ist jedoch klar. "Es ist jetzt offensichtlich, dass es nur noch einen Bieter für die Bundesliga gibt", wird Infront-Manager Günter Netzer in der "Bild" zitiert. "Wir führen seriöse Gespräche mit der ARD."

Einiges spricht derzeit für das vom Bayern-Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge ins Gespräch gebrachte Modell, wonach die ARD die Bundesliga übernimmt und RTL den DFB-Pokal. Mit dem Weiterverkauf der Pokal-Rechte an den Kölner Privatsender könnte die ARD ihren Sportetat so entlasten, dass sie sich die Bundesliga leisten kann. "Bisher hat uns noch niemand gefragt", lautet die Sprachregelung bei der ARD.

Voraussetzung für den Weiterverkauf ist, dass auch das ZDF mitspielt, denn die Pokal-Rechte sind Teil des gemeinsamen Länderspiel-Vertrages der öffentlich-rechtlichen Sender mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB). Das Zweite könnte im Gegenzug die beiden Sonntags-Spiele der Bundesliga zeigen, an denen auch das DSF Interesse hat. Sicher hat das ZDF bereits die Rechte für die Nachverwertung der Samstags-Begegnungen im Sportstudio.

Dass Sat1 in der kommenden Saison sowohl Champions League als auch Bundesliga zeigt, gilt als unwahrscheinlich - auch wenn der Privatsender weiterhin Interesse bekundet. Der mehrheitlich zur insolventen KirchMedia gehörende Senderverbund ProSiebenSat1 müsste trotz sinkender Rechtekosten gleich mit zwei Verlustbringern rechnen. "Wir sind weiterhin im Gespräch mit dem Rechteinhaber Infront", heißt es bei Sat1.

RTL-Geschäftsführer Gerhard Zeiler sagte: "Sat1 wird auch zu den veränderten Bedingungen mit den Spielen der Champions League Verluste machen. Wenn es nach uns geht, soll Sat1 jetzt auch den Zuschlag für die Fußball-Bundesliga bekommen - denn auch mit ihr ist kein Gewinn zu machen." Für seinen Sender kommt die Bundesliga-Zusammenfassung nicht in Frage. RTL will auch zukünftig nur Fußball live zeigen. Da derzeit aber die wichtigsten Live-Rechte verkauft sind, wäre der Pokal kurzfristig die einzige Alternative.

Für Bayern München und den VfB Stuttgart sowie - bei erfolgreicher Qualifikation - Borussia Dortmund ist der neue Champions-League- Vertrag ein schwerer Schlag. Die deutschen Clubs müssen zukünftig mit deutlich weniger Geld auskommen, denn die UEFA verteilt das Geld größtenteils nach den Einnahmen aus dem heimischen TV-Markt. Und die werden in Deutschland um rund 50 % sinken.

47 Mill. Schweizer Franken (32 Mill. ?) wie sie beispielsweise Bayern München vor einem Jahr kassiert hat, sind zukünftig utopisch. Mit geschätzten 85 Mill. ? für drei Jahre zahlt Sat1 nur die Hälfte der bisher von RTL aufgebrachten Summe, und auch Premiere verhandelt die Pay-TV-Rechte auf Basis halbierter Rechtekosten.

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