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Toppmöller beklagt fehlende Geduld beim HSV

Mit scharfer Kritik an Spielern und Vereinsführung des Hamburger SV hat sich Trainer Klaus Toppmöller erstmals seit seiner Beurlaubung nach der Heim-Niederlage des Traditionsclubs gegen Arminia Bielefeld zu Wort gemeldet.

dpa HAMBURG. Mit scharfer Kritik an Spielern und Vereinsführung des Hamburger SV hat sich Trainer Klaus Toppmöller erstmals seit seiner Beurlaubung nach der Heim-Niederlage des Traditionsclubs gegen Arminia Bielefeld zu Wort gemeldet.

Den Profis habe es an Selbstkritik für ihre schlechten Leistungen gefehlt. "Mal fehlte die Rückendeckung des Trainers, mal war ein Länderspiel schuld. Oder die Frau war krank. Immer nur Ausreden", sagte der 53-Jährige der Sport Bild. Nach nicht einmal einem Jahr in Hamburg war der Rivenicher wegen der schlechten Saisonergebnisse beim Schlusslicht der Fußball-Bundesliga beurlaubt worden.

Auch die über die Presse geäußerte Kritik aus dem zwölfköpfigen Aufsichtsrat des Traditionsclubs störte Toppmöller. "Wer sind diese Leute eigentlich? Keiner von denen ist je zu mir gekommen und hat mir gesagt, was schlecht läuft", beschwerte er sich. "Das haben die immer nur hintenrum gemacht und so Stimmung gegen mich entfacht." Mit Aufsichtsratschef Udo Bandow hatte es im Frühjahr allerdings ein Gespräch gegeben, in dem der Bankier ihn zu Zurückhaltung in der Öffentlichkeit ermahnte. Toppmöller hatte wiederholt seine Spieler öffentlich kritisiert.

Nach Informationen des Magazins hat Toppmöller nach der 0:2- Niederlage gegen die Ostwestfalen in der Umkleidekabine seine Spieler angeschrien mit den Worten: "Wichtig ist die Arbeit auf dem Platz, nicht das Gequatsche. Aber hier darf ja jeder den Trainer anpissen." Auch in der anschließenden Pressekonferenz monierte er, dass jeder Profi in Hamburg "seinen eigenen Pressevertreter" habe.

Gescheitert sei er nicht zuletzt auch an den Ansprüchen des HSV, die der Realität nicht standhielten. "Hamburg ist eine Weltstadt, und so fühlen sich auch alle im Verein. Daraus leiten sie ab, dass der HSV ein Weltclub ist. Aber da fehlt die Verhältnismäßigkeit." Toppmöller stellte fest: "Hier herrscht jedes Jahr aufs Neue eine Riesenenttäuschung, wenn der HSV nicht Meister wird. Die Mannschaft ist im Umbruch, das erfordert Geduld. Aber die hat hier keiner."

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