Toppmöller: Neues Kapitel aufschlagen
Bayers Angst vor neuem Fiasko

Die Angst vor einem weiteren Fiasko ist mit nach Athen geflogen. "Die Stimmung ist bedrückt", berichtete Bayer Leverkusens Manager Reiner Calmund vor dem Champions-League-Auftakt bei Olympiakos Piräus an diesem Mittwoch.

dpa ATHEN. Nach der Odyssee in der Bundesliga mit zwei Heimniederlagen gegen die Aufsteiger Bochum und Hannover hofft der Vorjahresfinalist aber auch, das Steuer herumreißen zu können. "Wir wollen hier ein neues Kapitel aufschlagen, punkten und uns Selbstbewusstsein holen", sagte Bayer - Chefcoach Klaus Toppmöller, für den es das "Schlüsselspiel in der ersten Runde" ist.

Schließlich ist der 31-malige griechische Meister in der Gruppe F der unmittelbare Kontrahent im Kampf um Platz zwei, geht man davon aus, dass Manchester United seiner Favoritenrolle und Maccabi Haifa die des Punktelieferanten gerecht wird. Skeptisch, dass seinen durch Verletzungen gebeutelten und psychisch angeschlagenen Leverkusenern schon in Athen der große Befreiungsschlag gelingt, ist Calmund: "Wir brauchen noch zwei, drei Wochen. Da muss man nicht drum herum reden." Nach dem europäischen Triumphzug in der vergangenen Saison gehe es nur darum, auch 2003/2004 wieder international dabei zu sein: "Wir wollen den dritten - ein absoluter Wunschtraum - bis fünften Platz in der Bundesliga, dies ist unsere realistische Einschätzung."

Nachdem der Vizemeister wie zuletzt gegen Hannover 96 (1:3) ins offene Messer gelaufen ist und in fünf Bundesliga-Spielen schon zehn Treffer kassierte, will Trainer Toppmöller gegen Olympiakos mit einer Defensiv-Taktik wieder in die Offensive kommen. "Wir müssen das Spiel nicht machen, deshalb sehe ich in Athen nicht so schwarz", meinte er. Um die zuletzt nur bedingte Abwehrbereitschaft zu erhöhen, soll mit dem Kroaten Jurica Vranjes neben Carsten Ramelow ein zweiter defensiver Mittelfeldspieler aufgeboten werden. Eine Denkpause erhält wohl Jan Simak, der gegen seinen niedersächsischen Ex-Arbeitgeber völlig im Abseits stand.

"Diesen extremen Einbruch hat niemand erwartet. Doch es ist normal im Sport, dass man mal ganz oben und auch mal unten steht", meinte Interimskapitän Carsten Ramelow und forderte: "Jetzt müssen alle Verantwortung übernehmen und Gas geben." Fraglich ist, ob dies Thomas Brdaric (Adduktorenzerrung) schon kann. "Es entscheidet sich in letzter Minute", sagte der 27-jährige Stürmer, der zuletzt von Außen das Elend mit ansehen musste. "Viele Dinge müssen wir besser machen. Von vorne bis hinten müssen wir wieder eine Einheit werden", fordert Brdaric. Denn mit Piräus werde es kein leichtes Spiel. "Die haben ein fanatisches Publikum und werden um jeden Quadratzentimeter Rasen kämpfen", erwartet er im Stadion Risoupoli.

Schließlich hat Olympiakos sechs Mal in Serie die nationale Meisterschaft gewonnen und ist unter der Führung von Trainer Lemonis in dieser Saison besonders erpicht, auf europäischer Ebene für Furore zu sorgen. Bislang konnten die Griechen nur zwei Mal ins Viertelfinale vordringen, zuletzt 1999/2000. Dabei treffen die Leverkusener auf einen alten Bekannten. Der Brasilianer Zé Elias hatte 1996/97 das Bayer-Trikot getragen, allerdings glücklos. Absoluter Superstar bei Piräus ist sein Landsmann Giovanni, der vor drei Jahren für 12,5 Mill. Euro vom FC Barcelona kam. "Olympiakos muss vor keinem Team Angst haben", meinte Zé Elias vor dem Duell mit seinem Ex-Club.

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