Tore für die Borussen-Aktie
Analyse: „Was zählt, ist auf dem Platz!“

Borussia geht an die Börse. Mehr als 250 Mill. DM erwarten die Dortmunder Verantwortlichen als Zufluss in die Vereinskasse. Investitionen in "Steine statt Beine" so das Motto. Jedes zweite Vereinsmitglied hat bereits eine Aktie gezeichnet. Der Druck auf die Mannschaft ist immens, wird doch von ihr erwartet, dass sie sich in der Tabelle behauptet, und damit den Kurs der Aktie nach oben schießt.

Der Bulle, Wahrzeichen einer boomenden Börse trägt bald den "Biene-Maja-Look". Zumindest am 31. Oktober wird er mit einem schwarz-gelben Schal posieren. Der Grund: Borussia Dortmund wagt als erster Fußball-Bundesligist den Schritt an die Börse. Offenbar ist das Konzept der Dortmunder von Erfolg gekrönt, haben doch schon mehr als die Hälfte der 11000 Vereinsmitglieder bereits eine BVB-Aktie geordert.

Die Fußballfans in Deutschland scheinen förmlich auf diesen Moment gewartet zu haben. Ihr Blick gilt bald nicht nur mehr der täglichen Sportberichterstattung, sondern auch der Börse und Kursentwicklung. In der letzten Woche vermeldete der Sportsenders PREMIERE-WORLD bei einer Internetumfrage zur Dortmunder Aktie ein positives Ergebnis. Immerhin 42% der Nutzer gaben an, Aktien des BVB kaufen zu wollen. Das wundert kaum, ist für "wahre" Fans der Kauf eines Wertpapiers seines Vereins doch Ehrensache. Doch die zukünftigen Anleger sollten Vorsicht walten lassen: Bereits vor einem Jahr wollte der BVB den Sprung wagen und das Unternehmen an die Börse bringen, doch auf Grund einer schwachen Mannschaftsleistung, welche unweit der Abstiegsränge endete, verschwanden die Pläne wieder in den Schubladen. Doch nun, wenige Monate und Spieltage später, soll der richtige Zeitpunkt gekommen sein, den Verein an die Börse zu führen. So jedenfalls sieht man es in Dortmund.

Keine Frage: Die Borussia steht seit Jahren für Erfolg und Kontinuität. Die herausragende Chef-Etage, insbesondere Präsident Dr. Gerd Niebaum und Manager Michael Meier, führten den Weltpokalsieger von 1997 auf mehr als soliden Bahnen. Finanziell kann sich der Verein sogar eine Saison ohne Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb leisten. Doch der Druck wird steigen: Der Aktienkurs ist abhängig von der aktuellen Form und den sportlichen Erfolgen der Mannschaft. Folglich wird der Fan und Anleger nun schneller ungeduldig - denn schließlich geht es nun auch um sein Geld. Borussia 2000- zum Siegen verdammt?

Ein Blick auf die britische Insel und in die englische Premiere-League lohnt sich, sind die englischen Vereine den deutschen im Parketthandel doch weit voraus. Dort zeigten sich die Kurse der börsennotierten Vereine wie etwa Manchester oder Newcastle United gerade dann sehr schwankend, wenn im Kader der Mannschaft Unvorhergesehenes passierte.
Zwei Beispiele: Die Aktie des Champions-League-Siegers von 1998 Manchester United erlitt einen starken Kurseinbruch, als der französische Superstar Eric Cantona bekannt gab, seine Karriere zu beenden. Und in Newcastle sank der Börsenwert binnen weniger Minuten um sagenhafte 26 Millionen DM. Ursache: National-Stürmer Alan Shearer verletzte sich schwer, und fiel für einige Woche aus.

Doch es gibt auch positive Beispiele: Lazio Rom und Tottenham Hotspurs etablierten sich im neuen Börsenumfeld und verzeichnen nach einigen Tagen einen positiven Aktienverlauf. Auch wenn Fußball-Aktien noch spekulativen Charakter haben: Für den Fan bietet sich auf jeden Fall ein Vorteil, kann er doch jede Woche die Leistung "seines Unternehmens" abfragen. Getreu dem alten Fußball-Motto: "Was zählt, ist auf dem Platz."

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