Torjäger bereut und zahlt 5000 Euro: Ailton wurde handgreiflich

Torjäger bereut und zahlt 5000 Euro
Ailton wurde handgreiflich

Die Polizei ermittelt gegen Fußball-Profi Ailton vom SV Werder Bremen wegen Körperverletzung. Der brasilianische Stürmer ist von seiner langjährigen Lebensgefährtin Rosalie angezeigt worden.

HB/dpa BREMEN. Der Torjäger und der Bundesligaclub bestätigten am Dienstag einen entsprechenden Bericht der Tageszeitung "Weser-Kurier". Ailton räumte ein, dass er am vergangenen Samstagabend überreagiert habe und gegen seine Freundin auch handgreiflich geworden ist. "Ich bedauere diesen Vorfall zutiefst und weiß, dass sich so etwas nicht wiederholen darf, zumal ich gegen jegliche Form von Gewalt bin", erklärte der Stürmer.

Als Zeichen seiner Reue will Ailton der Aktion "Schattenriss", die sich für missbrauchte Mädchen und Frauen einsetzt, 5000 ? spenden. Der 29 Jahre alte Profi, der mit 16 Treffern die Bundesliga- Torschützenliste anführt, hatte am Dienstag zunächst am Bremer Mannschaftstraining teilgenommen und dann in einem Gespräch Trainer Thomas Schaaf und Werder-Vorstandsmitglied Klaus-Dieter Fischer über den Vorfall informiert. Seine Freundin hat die Hansestadt verlassen. "Wir haben uns ausgesprochen und vereinbart, dass meine Lebensgefährtin vorübergehend nach Mexiko zurückfährt", sagte Ailton.

"Der Vorstand verurteilt jegliche Form von Gewalt, insbesondere gegen Frauen. Klar ist, dass Bundesligaspieler auch in dieser Frage ihrer Vorbildfunktion gerecht werden müssen. Dieses haben Trainer Thomas Schaaf und ich Ailton in aller Schärfe verdeutlicht", sagte Fischer. Nach seiner Ansicht hatte der Stürmer die Nerven verloren, möglicherweise aus Frust über die sportliche Talfahrt und die 1:2- Heimpleite gegen Hannover 96.

Weil sich Ailton entschuldigt habe und wegen seiner Spende will der Verein keine anderen Maßnahmen gegen den Südamerikaner ergreifen. "Wir wollen nicht durch Gewalt gegen Frauen Geld verdienen", sagte Fischer. Der Vertrag der Bremer Publikumslieblings endet im Sommer 2004. Zuletzt hatte Ailton mehrfach mit einem vorzeitigen Abschied aus Bremen gedroht. "Ich denke nicht, dass sein Wechsel jetzt wahrscheinlicher wird", meinte Vorstandsmitglied Fischer.

Der Vorfall ist nach der Entschuldigung für Ailton aber noch nicht beendet. Entgegen seiner Ankündigung hat die Freundin ihre Anzeige noch nicht zurückgezogen. "Wir haben darüber keine Meldung", sagte ein Sprecher der Bremer Polizei am Dienstag auf dpa-Anfrage. Nach seinen Angaben kann die Anzeige wegen Körperverletzung entweder von der Frau oder von einem Rechtsanwalt zurückgezogen werden. "Sollte aber noch Freiheitsberaubung vorliegen, handelt es sich um ein so genanntes Offizialdelikt. Dann muss die Polizei in jedem Fall ermitteln", fügte der Sprecher hinzu.

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