Torwart Seeliger begeistert Zuschauer: Eishockey: Zach-Team schlägt Slowakei

Torwart Seeliger begeistert Zuschauer
Eishockey: Zach-Team schlägt Slowakei

Simples Eishockey und ein Magier im Tor haben der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft die Tür zur Endrunde des olympischen Turniers geöffnet.

dpa SALT LAKE CITY. "Wenn jemand so kämpft und sich so aufopfert, der hat das Zeug zum Meister. Unser Teamgeist versetzt Berge", sagte Bundestrainer Hans Zach nach dem Traumstart in Salt Lake City. Beim verheißungsvollen 3:0 gegen die selbst mit sechs NHL- Millionären chancenlosen Slowaken versetzte Torwart Marc Seliger mit fantastischen Paraden die amerikanischen Zuschauer in Ekstase und gewann einen prominenten Fan. "Er hat gehalten wie ein junger Herrgott", sagte Innenminister Otto Schily.

Schily war einer der ersten, der den Spielern nach dem überraschenden, aber hochverdienten Erfolg gratulierte. Die Skispringer Sven Hannawald und Martin Schmitt auf der Tribüne waren hellauf begeistert von Zachs Taktik. "Das war simples Eishockey. Stabil in der Abwehr, laufstark, keine dummen Fehler", nannte Zach die Zauberformel. Das gelungene Olympia-Debüt als Trainer konnte er kaum genießen. Dabei bereitete ihm weniger das zweite Gruppenspiel am Sonntag gegen die "höchst gefährlichen" Österreicher Sorgen als der vorzeitige Olympia-K.o. von Jörg Mayr. "Es ist unglaublich schade. Aber es verkörpert den Geist in der Mannschaft, wie er sich geopfert hat", sagte Zach.

Im zweiten Drittel wurde der Kölner Verteidiger nach einem Schlagschuss von Miroslav Satan so unglücklich vom Puck getroffen, dass sich der 32-Jährige den Kiefer brach. Mayr wurde nach dem Spiel im LBS-Krankenhaus vier Stunden operiert. "Gegen Österreich will er aber wieder bei der Mannschaft sein", sagte Sportdirektor Franz Reindl vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB), für den Mayrs heldenhafter Einsatz Symbolcharakter hatte: "Kopf voraus in den Schuss. Das kennzeichnet den Charakter der ganzen Mannschaft." Ersatz für Mayr kann erst geholt werden, wenn das DEB-Team die Endrunde erreicht.

Gar nicht erst anreisen wird Olaf Kölzig. Im Punktspiel der nordamerikanischen Profiliga (NHL) am Freitag gegen die Nashville Predators zog sich der Keeper der Washington Capitals eine Kreuzbandverletzung im linken Knie zu. "Ich werde definitiv nicht dabei sein", erklärte Kölzig. Mit Seliger hat Zach derzeit aber mehr als nur einen gleichwertigen Vertreter. "Das war NHL-reif", sagte NHL-Profi Marco Sturm. Der übernächtigte Stürmer der San Jose Sharks fiel bei seinem Kurz-Gastspiel kaum auf, hofft aber auf eine Rückkehr zur Finalrunde.

Dank der Tore von Kapitän Jürgen Rumrich, Jan Benda und Klaus Kathan und der Klasse von Seliger, der alle 29 Schüsse der Slowaken bravourös parierte, stehen die Aktien der als krasser Außenseiter gestarteten DEB-Auswahl bestens. Dass man auch ohne "Olie the Goalie" gegen die großen Teams gewinnen könne, habe man bewiesen, stellte der Nürnberger mit einem Seitenhieb auf seinen NHL-Konkurrenten fest. "Wir hatten Respekt, aber keine Angst, und haben als Mannschaft und nicht als Einzelkönner gespielt", sagte der 27-jährige Olympia- Neuling nach seinem 45. Länderspiel. "Das war mit Sicherheit einer der schönsten Momente für den DEB und vielleicht mein bestes Spiel."

Eishockey in Zahlen

Männer, Vorrunde, Gruppe A:
Slowakei - Deutschland 0:3 (0:0,0:2,0:1)
Österreich - Lettland 2:4 (1:2,1:2,0:0)

Männer, Vorrunde, Gruppe B:
Weißrussland - Ukraine 1:0 (0:0,0:0,1:0)
Schweiz - Frankreich 3:3 (1:1,0:1,2:1)

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