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Toshiba erhöht Gewinnprognosen

Der japanische Elektronikkonzern Toshiba hat aufgrund starker Chip-Verkäufe seine Gewinnprognosen für das laufende Geschäftsjahr 2000/2001 (31. März) deutlich nach oben revidiert.

Reuters TOKIO. Das Vorsteuerergebnis werde im Konzern voraussichtlich 250 Milliarden Yen (rund 5 Milliarden DM) und der Reingewinn 135 Milliarden Yen betragen, wie das Unternehmen am Montag nach Börsenschluss in Tokio mitteilte.

Ursprünglich hatte Toshiba nach eigenen Angaben mit einem Vorsteuerergebnis von 180 Milliarden Yen und mit einem Jahresüberschuss von 100 Milliarden Yen gerechnet. Toshiba-Präsident Tadashi Okamura kündigte zudem in einem Interview mit der "Financial Times" an, in den kommenden Jahren die Ausgliederung der Halbleiterproduktion zu verdoppeln. Die Aktie reagierte nach entsprechenden Pressegerüchten bereits im Vorfeld der Ankündigungen mit Kursgewinnen an der Tokioter Börse.

Das vergangene Geschäftsjahr 1999/2000 hatte Toshiba noch mit einem Verlust von 28 Milliarden Yen abgeschlossen, wobei der Vorsteuerverlust 44,84 Miliarden Yen betragen hatte. Ende der 90er Jahre hatte der Konzern zusammen mit anderen Chipherstellern schwer unter den weltweit ungünstigen Marktverhältnissen vor allem bei DRAM-Chips gelitten. Seitdem hatte sich Toshiba mehr auf weiterentwickelte Chiptypen konzentriert sowie auch auf Chips für Mobiltelefone und andere elektronische Geräte.

Toshiba teilte nun mit, das Ergebnis aus dem laufenden Chipgeschäft des Konzerns im Geschäftsjahr 2000/01 werde mit erwarteten 130 Milliarden Yen wahrscheinlich doppelt so hoch ausfallen wie zuvor geplant. Bereits im vergangenen Monat hatte der Konzern mitgeteilt, dass das operative Ergebnis aus den Chipaktivitäten die Planziele vom April wahrscheinlich um 20 bis 30 Prozent überschreiten werde.

Der "Financial Times" sagte Toshiba-Präsident Okamura unterdessen, das Outsourcing der Halbleiterproduktion werde von gegenwärig zehn Prozent auf 20 bis 30 Prozent in den kommenden drei Jahren gesteigert. Der Schritt diene vor allem der Erhöhung des Cash Flow im Bereich DRAM-Chips, sagte Okamura. Dort seien die Kapitalinvestitionen besonders kostenintensiv. "Wir werden uns nach Allianzen bei den Kapitalinvestitionen oder bei der Entwicklung umschauen", sagte Okamura. Den Angaben zufolge hatte Toshiba bereits 25 Prozent der DRAM-Produktion an den taiwanesischen Halbleiterhersteller Winbond abgetreten. Auch an die israelische Tower Semiconductor und an die koreanische Dongbu seien bereits Aktivitäten abgegeben worden, hieß es.

Für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres plane Toshiba zudem nun eine Dividende von fünf Yen, für das gesamte Geschäftsjahr 2000/2001 sei die Dividendenplanung aber noch nicht abgeschlossen, hieß es weiter. Im Geschäftsjahr 1998/99 hatte Toshiba seinen Aktionären eine Dividende von zehn Yen gezahlt. Im darauffolgenden Geschäftsjahr hatte der Konzern dann seine Dividende aufgrund der schlechten Gewinnlage auf sechs Yen gesenkt. Zuletzt hatte der japanische Konzern für das Geschäftsjahr 1999/2000 nur noch eine halb so hohe Dividende von drei Yen ausgezahlt.

Presseberichte über solide Chip-Umsätze und eine mögliche Anhebung der Dividende hatten zuvor bereits der Toshiba-Aktie im Tokioter Börsenhandel zu einem Kursanstieg von annähernd drei Prozent verholfen. Die Zeitung "Nihon Keizai Shimbun" hatte in ihrer Montagsausgabe berichtet, Toshiba werde voraussichtlich die geplante Dividende für das Geschäftsjahr zum März 2001 auf zehn Yen von zuvor sieben Yen anheben. Toshiba beendeten den Handel am Montag mit einem Kursgewinn von annähernd drei Prozent oder 29 Yen auf 1034 Yen.

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